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Man stelle sich
vor, man habe Tag für Tag lediglich 21,5 x 5,7 Meter Lebensraum, würde
unablässig von haushohen Wellen hin- und hergeworfen, während einem eiskaltes
Wasser mit schmerzhafter Wucht ins Gesicht peitscht, und man besäße nichts außer
der Kleidung, die man am Leib trägt, und vielleicht einem Foto seiner Liebsten.
Mit etwas Glück könne man ab und zu ein paar Stunden in einer Koje dösen, in der
man sich kaum ausstrecken kann, dann hieße es wieder: „Rauf an Deck”, um bei
heulendem Wind ein schweres Segel an einem 31,5 Meter hohen Mast hochzuziehen.
Auf der Tour wird es tropisch heiß werden da draußen und eiskalt. Die Segler
werden vom Salz verkrustet über das Deck wanken und mühsam versuchen, nicht die
Kontrolle zu verlieren. Und all das jeweils wochenlang. Die Segler müssen dabei
harmonisch und professionell miteinander arbeiten. Dazu kommt, dass kein
Besatzungsmitglied während einer Etappe ausgetauscht werden darf.
Das ist die raue
Wirklichkeit des Volvo Ocean Race, der weltweit härtesten Segel-Regatta. Diese
Boote können leicht außer Kontrolle geraten. In jedem Rennen werden sie noch
schneller, aber man verlangt ihnen trotzdem alles ab.
Am 4. Oktober
treten sieben Teams zum Wettkampf an. Sie segeln 37.000 Seemeilen (68.500 km)
rund um die Welt. Sie stechen im spanischen Alicante in See, umrunden Afrika
segeln über den Südpazifik nach Amerika machen an neun Häfen auf fünf
Kontinenten Zwischenstopp und kommen im Juni 2009 im russischen St. Petersburg
ans Ziel. Dabei werden die Segler viermal den Äquator überqueren. Das erste Ziel
der Regatta um die Welt ist Kapstadt. Erstmals in der Geschichte des Volvo Ocean Race wird auch im Mittelmeer gesegelt, wenn auch nur ein kurzes Stück, denn die
Straße von Gibraltar führt in den Atlantik und damit hinaus aufs offene Meer.
Schätzungsweise werden die Teams 23 Tage für die erste Etappe benötigen.
In jedem Moment,
an jedem Tag auf See werden die sieben Teams aus je zehn Weltklasse-Seglern
ihrer Volvo Open 70-Yacht das Letzte abverlangen, dabei Geschwindigkeiten von
bis zu 40 Knoten (74 km) erreichen – mit dem einzigen Ziel, diesen Kampf zu
gewinnen. Auch bei den Zwischenstopps heißt es nicht nachlassen. Es stehen
Reparaturen an – am geschundenen Boot und der geschundenen Crew – sowie
Vorbereitungen für die nächste Etappe. Selbst dann gibt's kein Ausruhen: In den
meisten Häfen findet eine Hafenregatta statt, die die Zuschauer an Land
verfolgen können.
Beim Rennen
2005-2006 brach die ABN AMRO TWO mit 562,96 Seemeilen (1.042,6 km) den
24-Stunden-Weltrekord für Einrumpfboote. Das movistar-Team hingegen musste
mitten auf dem Atlantik sein Boot verlassen, wenn es nicht sein Leben riskieren
wollte.
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