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In 80 Tagen um die Welt

 

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Mit dem berühmten, 1873 von Jules Verne veröffentlichten Roman ist auch die Idee für die größte Reisemobiltour aller Zeiten geboren. Olaf Gafert von KUGA TOURS wollte mit verschiedenen Sponsoren diese einmalige Idee umsetzen. Eine riesige logistische Leistung musste vollbracht werden. Für die 16 Teams mit 31 Teilnehmern mussten Flüge, Hotels, Verschiffungen, Rundreisen, Eintritte, Guides, Wüstendurchquerungen, Jeep-Begleitungen, usw. organisiert werden. 2 Jahre nahmen die Vorarbeiten für diese Reise in Anspruch.

In 80 Tagen um die Welt

Am 4. Juni 2008 war es dann soweit. Bei der Firma Truma in Putzbrunn bei München verabschiedete man die Besatzungen bei einer großen Feier für ihren langen Weg rund um die Erde. Um es vorweg zu nehmen: das Unternehmen wurde erfolgreich beendet, obwohl viele Hindernisse zu bewältigen waren. Die größten Handikaps waren die unzuverlässigen und viel zu spät eintreffenden Schiffe mit den Reisemobilen. Schon in die USA kam das Schiff fast eine Woche zu spät an, was die USA-Durchquerung auf eine Woche reduzierte und schon hier fahrerische Leistung und Kondition erforderte. Nach der Verschiffung nach China war leider dann auch bald klar, dass das Schiff im Hafen von Tianjin in der Nähe von Peking viel zu spät ankommen würde. Dies brachte die Tourleitung und manchen Teilnehmer an den Rand der Verzweiflung: Die Hoffnung schwand von Tag zu Tag, das ehrgeizige Ziel in den vorgegebenen 80 Tagen zu schaffen.

Darüber hinaus hatte man noch das Problem, dass ein Team in den USA Benzin statt Diesel getankt hatte, was zu einem kapitalen Motorschaden geführt hatte. Bedingt durch den Wettlauf gegen die Zeit, war eine Reparatur in USA und China nicht möglich. Also schleppte Olaf Gafert von KUGA TOURS, der Organisator der Reise, das Fahrzeug durch halb USA, durch China, die Wüste Gobi, bis nach Ulaan Baatar, also insgesamt fast 4000 km. Ein zweiter, ungeplanter Weltrekord im Abschleppen war damit auch aufgestellt.

Nachdem man am 8. Juli Peking passiert hat, mit all den Unwegsamkeiten, die am Tag der Olympiaeröffnung auf den Straßen zu spüren waren in Form von unzähligen Kontrollen und Polizisten, machte man sich auf den Weg in den Norden Chinas. Die nächste Etappe und Hürde war die Ausreise in die Mongolei. Hier kam wieder, wie auch schon bei der Einreise die berühmte chinesische Bürokratie zum Tragen. Nachdem die Visa aufgrund der Schiffsverspätungen fast schon eine Woche abgelaufen waren, wollte man der Gruppe die Ausreise verweigern. Nach vielen zähen und trickreichen Verhandlungen war eine Ausreise dann doch möglich, und man hat es trotzdem an einem Tag geschafft, die Grenzkontrollen in China zu passieren.

Die Einreise in die Mongolei gestaltete sich überraschend einfach: In nur 20 Minuten war die gesamte Gruppe einschließlich Fahrzeugen in die Mongolei eingereist. An diesem Abend sollte ein folgenschweres Naturphänomen die Gruppe ereilen: Es fing an zu regnen - sehr selten in der Gobi. Dann verwandelt sich eine der trockensten Wüsten der Erde innerhalb von Stunden zu einem Meer aus Schlamm. Die Renault-Fahrzeuge, die zwar leicht modifiziert produziert wurden (d.h. z. B. geringe Höherlegung, Unterfahrschutz und verstärkte Federn), wurden aufs härteste im Gelände der Wüste Gobi getestet. Ohne das begleitende Allradfahrzeug, das immer wieder Fahrzeuge aus Sandbetten oder verschlammten Löchern ziehen musste, wäre die Durchquerung nicht möglich gewesen. Erschöpft, aber glücklich, baute man eine Wagenburg am ersten Abend in der Gobi und genoss den traumhaften Sternenhimmel am Lagerfeuer.

Weiter ging es über staubige Pisten, bis man zum "end of the road" bzw. "begin of the road" kam, und auf sehr guter Strecke schnell Ulaan Baatar, die Hauptstadt der Mongolei, erreichte. Hier war nun die Stunde der Entscheidung angebrochen: Es waren noch 12 Tage Zeit, um den Weltrekord zu schaffen, also pünktlich am 24.08.2008 wieder in Putzbrunn bei Truma zu sein. Neun Fahrzeugbesatzungen entschieden sich dennoch, den Weltrekord zu versuchen. Die anderen haben sich dafür entschlossen, auf gemütlichere Weise durch Russland zu reisen. In einem wahren Husarenritt, sicherlich schneller wie die Kuriere des Zaren, aber auch schneller wie die professionellen Autoschieber, die Fahrzeuge von Wladiwostok nach Moskau überführen, war die Camp-Challenge Gruppe auf dem Weg Richtung Westen. Tägliche Etappen von 1000 und mehr Kilometern waren die Regel. Und es gelang: am 80. Tag, 25 Minuten vor Ablauf der Frist, kamen alle neun Teams glücklich in Putzbrunn an. Nach 15.500 km, die Überland gefahren wurden, teilweise auf fast unpassierbaren Straßen bzw. Wüstenabschnitten und trotz unzähliger, zeitraubender Grenzkontrollen, Reifenpannen und anderen Kleinigkeiten, erreichten alle glücklich ihr Ziel. Geschafft! 


 

 

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