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City-Biking

 

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Weltweit ist das Fahrrad dass am meisten genutzte Verkehrsmittel. Im Stadtleben des 21. Jahrhunderts steht das Fahrrad auf der Pole-Position.

Eine Entdeckungsreise muss nicht unbedingt in die Ferne führen: "Stadtradeln", dichtete der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude kürzlich in seinem gleichnamigen Buch, "heißt, die Stadt mit allen Sinnen zu spüren und zu erfahren." Und wirklich: Kein anderes Verkehrsmittel lässt einen so unmittelbar teilhaben an der Vielfalt von Reizen, die eine Stadt bietet. Umströmt vom Fahrtwind, geraten Riechen, Hören oder Fühlen zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Fahrradfahren in der Stadt ist so etwas wie Lebensqualität zum Selbermachen. Und diese Do-it-yourself-Anleitung wird gerade in Deutschlands Medienstädten immer mehr genutzt. Junge Menschen setzen sich für die Fahrt zum Büro, zum Meeting, zum Arbeitsessen oder auch zum abendlichen Einkauf aufs Rad – und haben einfach Spaß dabei. Mal eben in die Grafikagentur, auf dem Weg an einem Cafe anhalten oder mit etwas Bewegung den Kopf wieder frei bekommen – das geht am besten mit dem Fahrrad.

Was die Kreativen angestoßen haben, wird zunehmend für alle Stadtbewohner ein wichtiger Teil ihrer Mobilität. Wie das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) feststellte, wünschen sich diese vor allem kurze Wege: zentral wohnen, wohnungsnah arbeiten, um die Ecke einkaufen. Junge Städter möchten mit Freunden, Familie oder Arbeitskollegen das erleben, was die Stadt ausmacht: Kommunikation, Kultur und Kulinarisches. Und das Verkehrsmittel für diesen Lebensentwurf: das Rad.

Wer jetzt aufsteigt, liegt nicht nur voll im Trend, sie oder er ist seiner Zeit sogar voraus. Das Fahrrad liegt in der Schnittmenge von gleich vier Trends: erstens die Nachfrage nach umweltfreundlichen Verkehrslösungen. Zweitens der Gesundheitstrend. Drittens der Holy Tech-Trend: Neue, elegante Designlösungen machen Fahrräder ästhetisch und technisch anspruchsvoll. Und viertens: Convenience. In der verdichteten Großstadt sind Fahrräder einfach praktisch.

Die Power der Pedale

City-Biking

Pressebild der Initiative www.Radlust.info

Radfahren ist klimaneutral, dazu wahrscheinlich die wirkungsvollste Art, gesund zu bleiben, und es entlastet die Innenstädte von fahrenden und parkenden Autos. Argumente, die den Kopf ansprechen, gibt es also genug.

Die Renaissance des City-Bikings kommt jedoch vor allem aus dem Bauch. Zum Beispiel aus der Freude an abgefahrener Technik. So erleben die Klappräder ein Comeback — nicht als die klapprigen Tretmühlen von einst, sondern als clever designte Falt-Bikes zum Mitnehmen in Bus, Bahn und Auto. Karbonfaser-Rahmen definieren neue Leichtgewichts-Dimensionen, der saubere Kardanantrieb ersetzt die Kette, und neue Naben-schaltungen erreichen einen nie für möglich gehaltenen Wirkungsgrad.

Jedem Fan seine Gemeinde

Zugleich entwickelt sich rund um die Räder eine regelrechte Bike-Kultur mit Clubs, Websites, Festivals, Art und Accessoires. So gibt es seit acht Jahren das International Bicycle Film Festival, das 2007 weltweit in 16 Städten — u.a. New York, Toronto, Tokio, Wien und Mailand — stattfand.

Den von Trendguru Horx gebrauchten Begriff Convenience kannte man bislang vor allem von Fertiggerichten. Doch das Konzept, unkompliziert, schnell und mundgerecht genau das anzubieten, worauf der schnelle Städter gerade Lust hat, funktioniert auch in Sachen Fortbewegung. Immer mehr Kommunen bieten Pool-Systeme für Leihfahrräder an. London, Paris und New York fingen damit an, Einheimischen und Touristen günstig bis kostenlos ein Fahrrad hinzustellen, nun folgen deutsche Städte den Mega-Metropolen gleich dutzendweise. Allerdings sind die Zweiräder, die per Bike-Sharing zu bekommen sind, nicht immer auf jenem Stand der Technik, den sich die jungen Aktiven wünschen.

Die Lösung: das eigene City-Bike bietet nicht bloß das Vergnügen, auch auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Die wendigen 28-Zoll-Cross-Räder kommen ohne jeden Schnickschnack daher, besitzen dafür aber alles, was moderne Menschen für ihr Vorwärtskommen benötigen. 27 Gänge decken jede Fahrsituation vom Anfahren an einer Steigung bis zum vollen Powern auf einem gut ausgebauten Radweg ab. Mit hochwertigen Shimano-Komponenten bestückt, überzeugen die meisten Bikes in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit. Und mit einem Gewicht von nur ca. 13 Kilogramm lassen sie sich für den sportlichen Wochenendausflug ohne Weiteres auf einen Dachträger heben.

Nun werden Autos immer sicherer — aber Fahrräder? Ebenfalls, sagen Verkehrsforscher. Denn wenn viele Rad fahren, fährt jeder sicherer. Mehr noch — Versuche haben gezeigt: Wenn sich Autos, Fahrräder und Fußgänger die Verkehrsfläche teilen, sind alle besonders aufmerksam und verhalten sich ausgesprochen rücksichtsvoll. Die Unfallzahlen sinken bei einem solchen "Gemeinschaftserlebnis" gegen Null.

Das Nebeneinander funktioniert tadellos: Das beste Beispiel sind die so genannten "geknackten" Einbahnstraßen, die Biker offiziell gegen die Fahrtrichtung befahren dürfen. Was für die Radler eine willkommene Abkürzung darstellt, ermöglicht den Planern eine wirksame Verkehrsberuhigung. Überhaupt kommen viele Städte "ihren" Radlern immer stärker entgegen. Das Leitbild der autogerechten wird abgelöst durch das der menschengerechten Stadt. Nicht bloß aus Idealismus. Die Städte möchten den Autoverkehr gerne in der City behalten — und da ist es hilfreich, wenn möglichst viele aufs Rad umsteigen, damit beide Verkehrsmittel die Menschen voranbringen. Das ideale Szenario sieht dann so aus, dass der Autoverkehr fließt, die Radfahrer zugleich aber vielleicht sogar schneller vorankommen.

Während die Initiativen der Kommunen oft recht amtlich daherkommen, setzt eine Trierer Gruppe voll auf den Spaßfaktor. "Radlust" nennt sich das Projekt von 25 Geografie-Studenten.

Mit Poesie, Postern und Pressearbeit wollen sie die Faszination Fahrrad fördern und Sehnsucht nach natürlicher Bewegung wecken. Die Rückkehr zum Rad scheint zu gelingen.

In Berlin beispielsweise wird heute jeder achte Weg in der Stadt mit dem Rad zurückgelegt, wie die Initiative "FahrradStadtBerlin" ermittelte. Und eine Zählung des Planungsreferates der Stadt München ergibt, dass seit dem Jahr 2000 eine Verdoppelung des Fahrradverkehrs zu beobachten ist. Was Christian Ude, Chef der bayrischen Planer, empfindet, teilen also immer mehr Menschen. Stadtradeln ist Radfahren aus purer Genusssucht und urbaner Bewegungsfreude.


 

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