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Die Landschaft des Donauknies und des Pilis-Gebirges gehört zu den schönsten
Ungarns. Das Gebiet ist leicht und schnell von Budapest aus zu erreichen. Sogar
Tagesausflüge hierhin lohnen sich. Die Pilis-Berge sind von Wäldern bedeckt und
laden zu herrlichen Wanderungen ein.
Von Györ fährt man entlang der Straße 10 über Komárom an der
tschechoslowakischen Grenze, entlang der Donau, Richtung Osten. Auf dem Weg nach
Esztergom passieren wir die Gerecse-Bergkette. Hier befindet sich das
gleichnamige Naturschutzgebiet, bekannt für seine reiche Vogelwelt. Das Gebiet
entlang der Donau zwischen Esztergom und Szentendre wird als Donauknie
bezeichnet. Wir beginnen unsere Fahrt in Esztergom.
Esztergom ist die größte Stadt am Donauknie. Hier wurde der erste ungarische
König geboren und gekrönt. In die Geschichte ist er als der heilige Stephan
eingegangen.
Von hier sind es 60 km entlang der Donau bis nach
Budapest. Die ehemals von Kelten bewohnte Stadt wurde im 1. Jahrhundert zur
römischen Stadt Strigonium. Im Jahre 973 wurde die Stadt zur Residenz des
Fürsten Géza. Während der Türkenherrschaft jedoch veränderte sich das gesamte
Stadtbild grundlegend. Am Szent lstván tér liegt der mittelalterliche königliche
Palast. Hier befinden sich die St.-Adalbert-Kathedrale und die Porta Speciosa
aus dem 12. Jahrhundert. Außerdem kann man hier die königliche Kapelle und viele
Säle, die den verschiedensten Zwecken dienten, besichtigen. Außerhalb liegen die
Ruinen der ehemaligen Burgbefestigungsmauern.
Im Zentrum des Burgpalastes befindet sich der Weiße Turm, der von Béla III.
errichtet wurde und als Wohnturm diente. Am Donauufer steht die Mattyasovszky
Bastei, von der man einen guten Rundblick hat. Ein imposantes Bild bietet die
Kathedrale aus dem Jahre 1856. Die Malereien stammen von deutschen,
österreichischen und italienischen Malern. Das umfassende Christliche Museum
bietet folgende Ausstellungsstücke: Flämische Gobelins, Kunstwerke ungarischer,
italienischer, deutscher, österreichischer und niederländischer Maler sowie
Exponate mittelalterlicher ungarischer Holzschnitzkunst und spätungarischer
Malerei. Um einen herrlichen Ausblick auf das Donauknie zu haben, kann man einen
Ausflug nach Dobogökö machen, wo man einen Aussichtsturm vorfindet.
Uszófalu halászcsárda, Szabad Május sétany 14. Diese Tscharda liegt auf der
Insel und ist leicht von der Stadt über die Béke Brücke zu erreichen. Die
Tscharda befindet sich direkt an dieser Brücke. In östlicher Richtung verlassen
wir die Stadt und erreichen nach 21 km Visegrád. Visegrád ist eine uralte Stadt
und ehemaliger Königssitz. Der Name der Stadt ist slawischen Ursprungs. Die von
Bela IV. angelegte Burg nach dem Sturm der Mongolen galt als uneinnehmbar. Im
später erbauten Burgpalast residierten auch die Türken während ihrer Herrschaft.
Als die Türken das Land verlassen hatten, benutzten deutsche Bauern das
Steinwerk zum Bau ihrer Häuser. Die Wasserbastei aus dem 13. Jahrhundert diente
zur Überwachung der Donau.
Die Bastei, die direkt am Donauufer liegt, war mit der höher gelegenen Burg zu
einem zusammenhängenden System als Ober- und Unterburg verbunden. Es gibt eine
regelmäßige Busverbindung. Im so genannten Salomonturm befindet sich ein Museum
mit einem Brunnen aus dem 14. Jahrhundert. Überreste eines römischen Wachturms
sind in der Fö utca freigelegt worden.
Wer die Schönheiten des Börzsöny-Gebirges am linken Donau-Ufer besuchen möchte,
nimmt die Fähre nach Nagymaros. Eine tolle Wanderung für Sportsfreunde bietet
sich dort zum 938 m hohen Csóványos an.
Entlang der Donau führt die Straße durch eine Bilderbuchlandschaft bis nach
Szentendre. Die Stadt war schon in der Römerzeit besiedelt. Sie wurde von den
Türken zum Großteil vernichtet. Dalmatinische, serbische und griechische Siedler
ließen sich hier bis zum 17. Jahrhundert nieder, nachdem sie vor den Türken
geflüchtet waren. Die Stadt ist eine Kirchenstadt mit sieben Kirchen. Eine der
interessantesten ist die reformierte Kirche in der Rákóczi utca. Ursprünglich
aus Holz gebaut, wurde sie in Stein wieder aufgerichtet und stammt aus dem 18.
Jahrhundert.
Des weiteren ist Szentendre auch eine bedeutende Denkmal- und Künstlerstadt.
Viele Häuser sind im Barock- oder Rokokostil erbaut. Die meisten dieser
Häuser stammen aus dem 17. Jahrhundert und wurden von serbischen Kaufleuten
erbaut. Ein Spaziergang zum Kirchenhügel bietet einen herrlichen Blick über die
Dächer und in die Gassen der Stadt. Durch die Künstlerkolonie, die ein vollintegrierter Teil der Stadt geworden ist, hat sich Szentendre den Beinamen
Künstlerstadt verdient. Dort leben und arbeiten ständig Künstler, die ihre Werke
in der Künstlergalerie ausstellen.
Im Skansen von Szentendre wird typische Architektur aus der Kleinen Tiefebene
und dem Oberlauf der Theiß gezeigt. Sehenswert ist das Ethnographische
Freilichtmuseum in der Szabadság-forrás ut. Das Museum stellt
Gebrauchsgegenstände von Haus und Hof der Bauern aus. Ein weiteres Museum, das
Károly-Ferenczy-Museum, befindet sich am Marx tér. Hier und auch im
Czóbel-Museum werden ebenfalls Werke von Künstlern aus Szentendre ausgestellt.
Im Sommer werden am Marx tér historische Dramen aufgeführt.
Von Szentendre lassen sich herrliche Ausflüge in das Pilis-Gebirge unternehmen.
Die höchste Erhebung ist der Pilis-Berg mit 756 m. Hier befindet sich der
Parkwald von Pilis. Dieses Naturschutzgebiet besteht zur Hauptsache aus Eichen-
und Buchenwäldern. Das Gebiet ist ein Jägerparadies. Hier kann man außerdem
reiten, angeln und im Winter Skifahren. Von Szentendre sind es nur etwa 17 km
bis nach Budapest. |