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Alle drei
Jahre findet das wiederkehrende Internationale Walsertreffen statt. Es soll den
geselligen Kontakt pflegen unter den Walsern in Italien, in Liechtenstein, in
Vorarlberg und der Schweiz. Er ist eine Folge der Geschichtsschreibung, der
„Walserforschung" und der Bemühungen der Kulturvereine in Walsergebieten. Das
Gemeinschaftsgefühl soll jedoch nicht überheblich machen, sondern zum
Verständnis anderer führen. So leben heute in Davos, wie in vielen anderen
Walserorten, 80 Prozent „Nichtwalser" als gleichberechtigte Einheimische.
Der erste
Teil des Großen Walserweges führt von Zermatt über Gressoney, Alagna, Macugnaga,
Saas, Simplon, Binntal, Tormazzatal (Pomat) und Bosco-Gurin nach Vals. Von Vals
geht es dann über St. Martin im Calfeisental nach Triesenberg in Liechtenstein
oder über Safien, Arosa, Davos, St. Antönien nach Mittelberg im Vorarlbergischen
Kleinwalsertal. Eine Abzweigung erreicht Juf, eine andere Galtür im
österreichischen Tirol. Diese führt weiter nach Lech, zur Bürstegg und endet
ebenfalls im Kleinwalsertal.
Von der
Schaffung des
Großen Walserweges war erstmals die Rede anlässlich der 4. internationalen
Tagung zur Walserforschung im September 1986, als die Section Macugnaga des
Italienischen Alpenclubs die Realisierung eines Walserweges von Zermatt nach
Bosco-Gurin, um den Monte Rosa, vorschlug. Darauf hat die Schweizerische
Verkehrszentrale die Tessiner, Bündner, Liechtensteiner und Vorarlberger, die
sich mit Kultur und Tourismus befassen, aufgefordert, den Walserweg von
Bosco-Gurin nach Graubünden und Vorarlberg weiterzuführen und zu
vervollständigen, so dass eine ideale Verbindung vom Monte Rosa zum Vorarlberg
entsteht. Die einzelnen Etappen sind meist anspruchsvolle Tagesstrecken. Je nach
Kondition und Anzahl der Besichtigungen sind kürzere Abschnitte zu wählen.
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es an den meisten Etappenorten und vielerorts in
Berghäusern.
Obgleich der
Große Walserweg nicht durchweg die Wanderrichtung der Walliser Hochgebirgsbauern
darstellt, lässt sich doch ein Eindruck von der Lebensart der einstigen Siedler
gewinnen. Wer sich etwas mit Walserkultur beschäftigt, wird auf jeder der
vorgeschlagenen 50 Wanderetappen beim Anblick eines Alpdörfchens oder im
Gespräch mit Einheimischen ans Oberwallis erinnert.
So ist es
wohl möglich, dass einem ein
Älpler auf Alpenzu, einer einst ganzjährig bewohnten Siedlung oberhalb des
heute mehrheitlich italienisch sprechenden Gressoney, in perfektem Matterdeutsch
Schmugglergeschichten aus seiner Jugendzeit erzählt: Das Monte-Rosa-Gebiet und
Zermatt sind ihm bedeutend näher als Aosta. Im Weiler Kantmud bei Alagna erfährt
der Besucher den weit zurückreichenden Stammbaum der Walliserfamilie Bodmer.
In Vals
wiederum fällt der schon etwas veränderte Walliser Dialekt auf, nachdem der
Wanderer von der Greina-Hochebene kommend romanisches Gebiet durchquert hat. Auf
der Wiesner Alp im Landwassertal findet jedes Jahr in der zweiten Julihälfte ein
lokales Walsertreffen statt.
Das
Stallgebäude mit der vorgebauten Torftrocknungsanlage auf der Bürstegg, nördlich
von Lech in Vorarlberg, erinnert an ähnliche Bauten – allerdings zum Trocknen
von Heu und Getreide – im einst walserischen Sesiatal in Piemont. Auf der
Bürstegg lebten übrigens noch Mitte des letzten Jahrhunderts 13 Familien mit
einem Priester, der in der eigenen Schule zuweilen auch Unterricht hielt. Die
damals ganzjährig bewohnte, mit 1719 Metern höchstgelegene Ortschaft
Vorarlbergs, entvölkerte sich nach 1880 rasch.
Die Walser
Bauern fühlten sich wohl und frei oberhalb der Waldgrenze, sie können als
„Spezialisten des Alpenlebens" bezeichnet werden – Ziel des Großen Walserweges
ist es, ein Stück dieses Lebensinhaltes zu vermitteln.
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