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Wir sind mitten in Stockholm, gleich neben dem Bahnhof.
Stockholm, eine Stadt für alle, die das Wasser lieben. Ein weiter Blick und
genügend Freiraum für die gute Seeluft. Gegründet wurde Stockholm vor mehr als
750 Jahren, an einem strategisch wichtigen Punkt. Wo der Mälarn-See in einen
Meeresarm der Ostsee mündet. Stockholm ist eine Stadt aus 14 Inseln. Eine
schwimmende Stadt mit Brücken, Seen und Kanälen. Die Holzhäuser von einst sind
Bränden zum Opfer gefallen. Heute erzählen Bauplan und Architektur vom
Aufschwung im 19. und 20. Jahrhundert. Die meisten Menschen Leben außerhalb. Im
Zentrum wird regiert, verwaltet, verkauft und Theater gespielt. Mittelpunkt ist
die Altstadt Gamla stan. Sie liegt auf der Insel Stadsholmen.
An der Domkirche beginnt unser Bummel. Ein Gang in ein
wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte. Er führt uns am Stora torget vorbei, dem
großen Platz und weiter in das Gewirr der Gassen.
Die Altstadt bildet die Keimzelle von Stockholm. Von hier aus
entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handelsplatz an der Ostsee. Eine
führende Rolle spielten dabei deutsche Kaufleute und Schiffseigner. Die Hanse
hatte großen Einfluss auf die Politik im Rathaus. Aus mittelalterlicher Zeit ist
in der Altstadt fast nichts übrig geblieben. Die ältesten Häuser stammen aus dem
17. Jahrhundert, der Barockzeit, als Schweden zur Großmacht im Ostseeraum
aufstieg. Erhalten aber haben sich der mittelalterliche Straßenverlauf und die
engen Gassen, die Gamla stan nicht nur für Besucher so reizvoll erscheinen
lassen. Die Altstadt ist ein intaktes, lebendiges Viertel. Das die
unverwechselbare Atmosphäre der Altstadt nicht zerstört wurde, haben die
Bewohner von Stockholm dem leeren Stadtzettel zu verdanken. Sonst wäre auch sie
der Sanierungswut zum Opfer gefallen, wie es anderen Vierteln passiert ist, die
moderne Zweckbauten weichen mussten. Gamla stan gehört zu den wenigen Plätzen in
der Innenstadt, die noch bewohnt sind. Die Wohnungen sind allerdings nicht nur
begehrt, sondern auch sehr teuer.
Das Einkaufsangebot ist reichhaltig. In den größeren Gassen
reiht sich Geschäft an Geschäft. Wer sich aber mehr Zeit nimmt, kann entdecken,
dass die Altstadt neben ihrer kommerziellen Seite noch ein anderes Gesicht hat –
ein verschwiegenes, ein stilles.
Stockholm ist seit 1634 die Hauptstadt des Königsreiches
Schweden. Eine wahrhaft königliche Stadt. Das mächtige Gebäude von Gamla stan
ist das königliche Schloss. Die Königsfamilie und ihr Stab haben hier ihre
Arbeitsräume. Bis Anfang der 80er Jahre wohnte die Königsfamilie sogar hier, wie
ihre Ahnen, die Mitte des 18. Jahrhunderts in das neu erbaute Schloss einzogen.
Mit 608 Zimmern war das Platzangebot mehr als standesgemäß. Neben dem
Prunkschlafzimmer des ehemaligen Königs Gustav III. (Schweden Theaterkönig)
befindet sich der prachtvollste Raum des Schlosses. In der Gallarie von Karl XI
finden heute Festbankette statt. Etwa 150 Menschen speisen an einer langen
Tafel, wenn das Königspaar Gäste empfängt. In der Gästewohnung schlafen die
offiziellen Staatsgäste der Königsfamilie. Auch Johannes Rau hat hier schon
genächtigt. Viele Gäste gestalten sich den Raum nach ihren Bedürfnissen ein
wenig um. An normalen Tagen kann das Schloss besichtigt werden. Bei
Staatsbesuchen und anderen offiziellen Anlässen ist es für die Öffentlichkeit
teilweise oder gar ganz geschlossen.
Jeden Mittag um 12:15 Uhr ist die wirkungsvolle
Inszenierung der Wachablösung.
Bei der Wachablösung vernimmt das Publikum Erstaunliches.
Vertraute Abba-Klänge einmal ganz anders. Mit Trommeln und Trompeten zu Ruhm und
Ehre des Königshauses. Schwedens berühmteste Band hätte es sich nicht träumen
lassen, dass nach ihrer Musik einmal militärisch exakt marschiert werden würde.
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