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Die zweitgrößte Stadt des Landes mit 248.000 Einwohnern ist
der wichtigste Handelsplatz im Westland und der norwegische Ort mit dem meisten
Regen. 2000 Millimeter Niederschläge werden hier im Jahresmittel registriert!
Das ist fast dreimal soviel wie in Hamburg.
Wer bei seinem Besuch einen der seltenen sonnigen, warmen, windstillen Tage
erwischt, sollte die Chance nutzen und mit der Zahnradbahn auf den Floyen (320
Meter) fahren oder mit der Seilbahn auf den Ulriken (642 Meter) schweben und von
oben betrachten, wie sich die Stadt am Byfjord malerisch über steile Berghänge
breitet.
Bergen, 1070 gegründet und Hauptstadt bis etwa 1300, erlebte seine Blüte zur
Hansezeit. Deutsche Kaufleute beherrschten von dort aus den Handel an der Küste.
Sie verkauften vor allem Lüneburger Salz und exportierten Stockfisch. Tyske
Buggell war das Viertel der deutschen Kontore und Lagerhäuser am ehemaligen
Handelshafen Vågen. Fast hundert Handelshöfe zählte das Bergenser Kontor in
seiner Blütezeit. Die Deutschen hatten ihr Reich für sich, eine Stadt in der
Stadt, von deren Aussehen man sich noch heute in den Gängevierteln der
Speicherhöfe auf Bryggen ein gutes Bild machen kann. Was heute noch von der
"Deutschen Brücke" steht, die seit 1945 nur noch Bryggen heißt, ist nach dem
großen Brand von 1702 wiederaufgebaut worden.
Die Innenstadt ist am besten zu Fuß zu erkunden. Verzichten Sie aufs Auto,
Parkraum ist äußerst knapp! Am Kopf des Vågen-Hafenbeckens wird an Wochentagen
der fast südländisch anmutende Blumen- und Fischmarkt abgehalten. Von hier aus
ist es nicht weit zum Hanseatischen Museum, das in einem Holzhaus aus dem 18.
Jahrhundert untergebracht ist und eingerichtet im Stil des 16.
Das Bryggen-Museum am Ostufer der Vågen-Bucht bewahrt ebenfalls Dokumente und
Ausgrabungsstücke aus der Hansezeit. Die nahe gelegene Marienkirche aus dem 12.
Jahrhundert, die Jahrhunderte lang der Hanse gehörte, überstand alle Brände
unbeschadet und ist heute Bergens ältestes Gebäude. Zum Kai der
Hurtigrutenschiffe hin erhebt sich die mittelalterliche Festung Bergenhus mit
der Håkonshalle. Aus dem Mittelalter stammen auch die Kreuzkirche in Marktnähe,
die im Stil der Renaissance umgebaut wurde, und der Dom zwei Straßen weiter, der
noch romanische Züge hat.
An der Christiesgate, die sich in westlicher Richtung erstreckt, liegen Rathaus,
Kunstgewerbemuseum, Städtisches Kunstmuseum, Fischereimuseum und Universität,
dahinter das Seefahrtsmuseum. Sehenswert ist vor allem das Aquarium an der
Spitze der Halbinsel Nordnes, mit einer Fülle von Meereslebewesen und
Süßwasserfischen. Bergens moderne Konzerthalle, in der jährlich die
Internationalen Bergener Festspiele stattfinden, trägt den Namen des
bedeutendsten Sohnes der Stadt, Grieghallen. Das Wohnhaus des Komponisten liegt
rund zehn Kilometer südlich der City. Die internationalen Festspiele zählen zu
den bedeutendsten Kulturveranstaltungen Norwegens und stehen unter der
Schirmherrschaft von König Harald V.
Im Freilichtmuseum Gamle Bergen (Alt-Bergen), an der R 14 nördlich der Stadt
gelegen, wurden etwa 35 historische Holzhäuser zu einer kleinen Stadt
zusammengetragen. Die stilgerechten Einrichtungen der Wohnungen, Läden und
Werkstätten stammen aus den letzten drei Jahrhunderten.
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