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Der Norden von La Palma

 

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Der Norden von La Palma, grün und bewaldet, wartet mit 3 unterschiedlichen Gesichtern auf. Wir schauen uns zunächst den Nordosten an. Los Sauces vermittelt uns mit seinen Gassen und Plazas all die Ruhe und Schönheit einer Gemeinde, die hauptsächlich von der Land- und Viehwirtschaft lebt. Wir fühlen uns unweigerlich in die Vergangenheit zurückversetzt.

Direkt am Meer liegt San Andres. Hier lebten früher die reichen Landbesitzer und hier findet sich auch heute noch die schönste ländliche Architektur der Insel La Palma, wo noch viele Bananen mit den Methoden früherer Jahrzehnte angebaut werden. Jede Staude wird sorgfältig geteilt und gepflegt, bis sie geerntet werden kann. Das Wasser, dass sowohl für die Haushalte, wie auch für die Landwirtschaft so unabdinglich ist, ist hier reichlich vorhanden. Deshalb ist dies auch der grünste Teil der Insel.

Los Tilos, der größte Wald mit Lorbeerbäumen und Riesenfarnen von La Palma erscheint uns wie ein verwunschener Wald. Hier gibt es unglaublich große Farne. Einige davon sind fast doppelt so groß wie wir. Der Wald ist einfach beeindruckend und die Vegetation ist fantastisch.

Hinter den Bergkämmen liegen die Marcos-Quellen in einer wunderschönen Landschaft. Die Quellen können nur zu Fuß erreicht werden, wenn man einem alten Kanal dorthin folgt. Wir durchqueren insgesamt 12 Tunnel, die teilweise sehr feucht sind. Im letzten Tunnel rieselt das Wasser nur so von oben, dass wir bis auf die Haut durchnässt werden.

Wir folgen der alten Straße des Nordens. Sie eröffnet uns immer wieder herrliche Landschaften, in denen winzige Dörfer neben einem endlosen Meer angesiedelt wurden. Deren Einwohner leben noch heute von dem, was ihnen die Erde und ihre Tiere geben. Sie sind noch fest in ihren alten Traditionen verbunden. Fast scheint es, als wollten sie sich von der schnellen Entwicklung der südlichen Hälfte von La Palma abwenden.

Nun sehen wir uns die andere Seite der Insel an. Im Westen ist es auch sehr grün, aber sehr viel sonniger. Inmitten von hundertjährigen Drachenbäumen und endlosen Hängen voller Mandelbäume erstrecken sich die verschlafenen Dörfer entlang der schroffen Küste und feiern die Sonne, die hier das ganze Jahr über scheint. Die traumhaften Wege zu erkunden, ist eine Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen. Hier wird neben der Landwirtschaft auch noch gefischt, was nicht immer einfach ist, denn teilweise trennen steile Abhänge das Meer von den Dörfern. Die Küste ist mit wunderschönen Feldformationen geschmückt, die das ganze Jahr über von einem starken Wellengang getrennt werden. Idyllische Landschaften, traumhafte Wanderwege - hier liegt wahrhaftig das Paradies auf Erden. Die Erinnerung an andere Zeiten drängt sich uns unwillkürlich auf, wenn wir durch diese Landschaft gehen, die mit hundertjährigen Mandelbäumen und kleinen Steinhäusern geschmückt sind.

In den Höhlen von La Zarza finden wir die Spuren einer rätselhaften Vergangenheit. Höhlenmalerei und bemalte Steine erzählen von der Zeit, als die Ureinwohner noch die Insel bevölkert haben.

Ein kleines Stückchen weiter, fast als ob es sich von der Welt verstecken will, liegt El Tablado, inmitten beeindruckender und wunderschön bewachsener Schluchten. El Tablado ist der Höhepunkt einer unbeschreiblichen Wandertour durch den Norden - wahrscheinlich sogar die schönste von allen. Die Wege sind abwechslungsreich und es gibt hier herrliche Aussichten.

Nun machen wir uns an den Aufstieg zum Roque de Los Muchachos, dem höchsten Punkt der Insel. Durch unterschiedliche Landschaftsbilder zieht sich die kurvenreiche Straße bis auf 2426 Meter. Hier befindet sich eines der wichtigsten astrophysikalischen Institute der Welt. Von hier aus führt eine Reihe von wunderbaren Wanderungen über die Berge und ermöglichen uns den Blick auf ein unvergesslich schönes Panorama. Die atemberaubende Aussicht über die Caldera de Taburiente und dem Rest des kanarischen Inselarchipels werden uns immer im Gedächtnis bleiben.


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