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Island ist so groß wie Bayern
und Baden- Württemberg zusammen, aber man zählt nur etwas über 210.000 Bewohner.
Mehr als die Hälfte lebt in der Hauptstadt Reykjavik. Wer Island besucht und
Eingang in isländische Familien findet, fällt von einem Staunen ins andere. Das
kleine Volk hat in vielfacher Hinsicht bewundernswerte Rekorde erreicht:
Die Frauen Islands leben am
längsten, die Kindersterblichkeit ist am geringsten, und pro Kopf der
Bevölkerung lesen Isländer die größte Zahl von Büchern, sie trinken mehr Kaffee
und verbrauchen mehr Zucker als sonst auf der Welt. Zwischen den
Spitzeneinkommen und den niedrigsten Einkommen klafft auf Island die kleinste
Lücke. Keine tausend Menschen leben weiter von der Küste entfernt als 30
Autominuten. Island braut das dünnste Bier, besitzt die höchsten Wasserfälle und
die längsten Gletscher Europas, außerdem die aktivsten Vulkane, die meisten
warmen Quellen, die weitesten Einöden und die kleinsten Pferde. Es ist kaum zu
glauben, aber dennoch eine Tatsache, dass auf dieser Insel im nördlichen
Atlantik süße Trauben wachsen und Bananen reifen. Das Parlament von Island, der
sog. Althing, konnte schon 1930 auf sein tausendjähriges Bestehen zurückblicken.
Wo anders hat man eine so lange Dauer der Demokratie schon erlebt?
Reykjavik
bedeutet zwar "rauchende Bucht", aber nur natürliche Wasserdämpfe sind damit
gemeint. In der Hauptstadt raucht kein einziger Schlot, und keine Spur von
Gestank verlässt industrielle Öfen. Man beheizt alle Wohnungen, Gebäude und
Betriebe mit kochendem Wasser aus heißen Quellen. Demzufolge ist Reykjavik die
Hauptstadt mit der reinsten Luft. Innerhalb von höchstens zehn Minuten gelangt
der Reykjaviker von seiner Haustür ins nächste Schwimmbad mit wohlig warmem
Wasser.
Lange Zeit
war für die isländische Wirtschaft nur die Fischerei wichtig. In den letzten
30-40 Jahren ist der Tourismus für das Nationaleinkommen an zweiter Stelle
getreten. Island ist das am dünnsten besiedelte Land Europas. Wer hier herkommt,
findet garantiert die Einsamkeit. Island, das ist immer wieder Weltanfang.
Zweidrittel der Insel beherrschen die rohen Elemente der Erde – Wasser und
Feuer.
Es gibt drei
große Ziele in Süd-Island, die alle Touristen gesehen haben müssen – die Blaue
Lagune, die Geysire und der Wasserfall Gullfossen. Es sind die größten
Attraktionen des südlichen Landesteils.
Blaue Lagune
Im Südwesten
Islands, gleich am Flugplatz hinter dem
Wärmekraftwerk, schließt sich die blaue Lagune an. Mitten in einem Lavafeld
liegt die schönste Therme der Nordhalbkugel. In wenigen Jahren hat sich der
Erholfühlpool zum international gefragtesten Wellnesstempel
entwickelt. Die blaue Lagune hat ihren Namen von den blauen Algen, die in
dem Wasser enthalten sind. Das Wasser wird aus 2000 Metern Tiefe gepumpt und
damit über Wärmetauscher das Heizwasser für die Insel erhitzt. Nach dem Abkühlen
auf 40 Grad wird es in die Therme geleitet. 350.000 Besucher pro Jahr zählt
dieses exotische Bad am Polarkreis. Wer noch mehr Entspannung sucht, der packt
sich eine kleine Maske ins Gesicht und geht damit 10 Minuten schwimmen und fühlt
sich hinterher wie ein neuer Mensch. Für umgerechnet 13,- Euro kann man hier
vergessen, dass man mitten im Nordatlantik auf einer Vulkaninsel planscht. Kein
Wunder, dass die Isländer die höchste Lebenserwartung Europas haben. Die
Badelandschaft ist das ganze Jahr über täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet.
Gullfoss im Herzen von Island
Der Gullfoss
(Goldener Wasserfall) zählt zu den schönsten Wasserfällen der Insel. Der
Gletscherfluss Hvitá stürzt über zwei Fallstufen 32 Meter in die Tiefe. Einst
sollte hier ein Wasserkraftwerk entstehen. Eine Bauerstochter verhinderte das
Projekt. Nun ehrt sie ein Denkmal aus Stein. Der Wasserfall ist ein Muss für
jeden Islandbesucher.
Geysire
10 km
weiter, im Thermalgebiet Haukadalur jagt eine Springquelle heißes Wasser
regelmäßig in die Luft. Alle acht Minuten schießt ein Wasserschwall in die Luft.
Dieser Brühfontäne sollte man nicht zu nahe kommen.
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