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Die Halbinsel Wales, zwischen dem Bristol-Kanal und der
Irischen See ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien.
Wales hat knapp 3 Millionen Einwohner. Davon sind über dreiviertel geborene
Waliser.
Die eigentümliche Sprache, eine der ältesten lebenden
Sprachen überhaupt, lässt einen beinahe vergessen, dass man sich in
Großbritannien befindet. Spätestens beim ersten typisch englischen Frühstück
jedoch erkennt man, dass Wales ein Teil des Königreiches ist — wenn auch nach
wie vor ein sehr eigenwilliger.
Zwar sind die Waliser nicht mehr die wilden
Berglandbewohner, die vor 800 Jahren den übrigen Engländern ausgesprochen
geheimnisvoll und fremd vorkamen, doch haben sie ihre Eigenständigkeit, ihre
Sprache und ihre Kultur, Erben einer ununterbrochenen keltischen Tradition, über
die Jahrhunderte hinweg erhalten können. Wales ist bis heute zweisprachig
geblieben, beide Sprachen sind amtlich gleichgestellt, Kindern stehen
walisischsprachige Kindergärten und Schulen zur Verfügung, selbst auf
Verkehrsschildern findet man sowohl die englische als auch die walisische
Bezeichnung der Orte.
Stolz sind die Waliser aber nicht nur auf ihre Sprache,
sondern auch auf ihr geschichtliches Erbe. Dem Liebhaber alter Gemäuer bietet
Wales eine schier unerschöpfliche Fundgrube. Die meisten alten Burgen sind
unbewohnt, verfallen, ebenso einige alte Kirchen — allen voran die einsame Ruine
von Tintern Abbey. Die malerisch rechts des River Wye gelegene gewaltige
Zisterzienser-Klosteranlage, 1131 erbaut und bis ins 16.
Jahrhundert bewohnt, ermöglicht den Schritt zurück in eine ferne Vergangenheit.
Beinahe zwangsläufig wird der Besucher von der Ruhe der mächtigen Mauern
umfangen.
Die Landschaft ist von rauer Schönheit. Das mittelwalisische Hochland mit seinen
moosgrünen Tälern und Grasbergen, die Höhen bis zu 900 Metern erreichen, ist ein
Dorado für Schafe - und auch für Menschen, denen einsame, unberührte Natur noch
etwas bedeuten. Bei einer Fahrt entlang des River Wye,
quer durch die großartige Waldlandschaft des Wye-Tals, tauchen die ersten Schafe
am Wegesrand auf, die die saftigen Wiesen und kargen Hügelkuppen beweiden. Hier sind dreimal so viele
Schafe wie Menschen zu Hause.
In Wales werden die Feste gerne gefeiert, wie sie
fallen, vor allem im Sommer. So ist im Juni die walisische Nationaloper zu Gast
im nordwalisischen Llandudno, im Juli gibt es den Internationalen Kulturwettbewerb in Llangollen, Welshpool
feiert im gleichen Monat sein „Fest des Verkehrswesens”, Aberystwyth, Cardigan und Brecon halten Musikfestspiele
ab, in Builth Wells trifft sich alles zur großen Landwirtschaftsschau „The Royal
Welsh Show”, und im September begeht Bala sein Wassersportfest.
Wer Wales richtig genießen will, sollte es am besten zwischen Mai und Oktober
mit dem Auto besuchen. Vor allem, wenn man ein wenig von Land und Leuten kennen
lernen möchte.
Nicht versäumen sollte man außerdem einen Besuch in St.
David's an der Westspitze, benannt nach dem Schutzheiligen von Wales. Größte
Sehenswürdigkeit dieses kleinen Küstenstädtchens ist ohne Zweifel die St.
David's Cathedral mit den Ruinen des ehemaligen Bischofspalastes. Fährt man von St. David's schließlich die Küsten herauf in Richtung
Aberystwyth, lernt man auch die andere Seite des Landes kennen: Die Kambrische
Küste, auch Cardigan Bay genannt, die sich in der nördlichen Hälfte in weiten
Dünen erstreckt, in der südlichen Hälfte dagegen von Klippen durchzogen ist. Die
Badeorte bieten Schwimmgelegenheiten, Sportmöglichkeiten und Unterhaltung – sind
aber trotz allem so klein geblieben, dass sie den Reiz alter Küstenstädtchen
nicht verloren haben.
Zum Abschluss einer Wales-Reise lohnt sich auf jeden Fall
auch ein Besuch in der jüngsten Hauptstadt Europas – in Cardiff. Die rund
320.000 Einwohner zählende Stadt lockt mit vielen Sehenswürdigkeiten, eine davon
ist wohl ohne Zweifel das Schloss Cardiff mitten im Stadtzentrum. Während um die
Anlage herum hektischer Verkehr braust, herrscht innerhalb der dicken Mauern,
die Schloss und Hof umgeben, weitgehende Ruhe. Weitere
Sehenswürdigkeiten sind das Walisische Nationalmuseum, die Universität von 1883
und das Rathaus aus dem Jahr 1904. Nördlich von Cardiff liegt Caerphilly, das
größte aller walisischen Kastelle des eduardianischen Typus. Der imposante
Riesenkomplex bedeckt eine Fläche von über 120.000 Quadratmetern.
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