Arc de Triomphe de I'Etoile
Der wuchtige Triumphbogen von 50 m Höhe erhebt sich im
Zentrum der Place Charlesde-Gaulle, auf die zwölf Avenuen münden, und wirkt als
optischer, Schlusspunkt der Champs-Elysccs. Von Napoleon in Auftrag gegeben,
wurde der Bogen erst 1836 fertig gestellt. Seine Seiten sind mit Skulpturen zur
Geschichte der Grande Armee bedeckt. Unter dem Geviert befindet sich das Grabmal
des Unbekannten Soldaten. Von der Deckenplattform hat man einen grandiosen
Rundblick über Paris.
Bibliotheque Nationale
Keimzelle des heutigen Instituts waren die Bibliotheken der
französischen Könige. Eine Verordnung befahl 1537, dass von jedem gedruckten
Buch ein Exemplar an die Nationalbibliothek abgegeben werde. Die heutigen
Bestände umfassen weit über 11 Millionen Bände; daneben gibt es Abteilungen für
Handschriften, Grafiken, Karten, Photos, Münzen, MusikaIien sowie eine Audio-
und Videothek.
Centre Georges-Pompidou
Mitte der siebziger Jahre konzipiert, war das futuristische
Stahl- und Glasgebäude Gegenstand heftiger Kontroversen und gehört heute zu den
beliebtesten Touristenzielen. Auf 7500 qm Fläche sind eine
Bibliothek, ein Zentrum für Gebrauchsdesign, das Institut für Akustik und Musik,
eine Kinemathek und das Musee National d'Art Moderne untergebracht.
Champs-Elysées
Bis in das 17. Jahrhundert hinein bestanden westlich des
Louvre-Schlosses lediglich Wiesen, Felder und Sümpfe. 1667 verlängerte der
Hofarchitekt die Hauptachse des Königlichen Gartens als Grand Cours nach Westen.
1709 erhielt diese Promenade den heutigen Namen „Gefilde der Seligen” und wurde
wenig später bis auf den Hügel erweitert, der heute den Arc de Triomphe trägt.
Der Sprung zum Modeboulevard erfolgte im Zweiten Kaiserreich. Nach und nach
entstanden Cafes, Zirkusse, Panoramen und Restaurants als beliebte Treffpunkte
für taut-Paris. Heute ist die Prachtstraße erste Adresse für eine Vielzahl von
Agenturen und Firmenvertretungen. Zu jeder Tageszeit ist sie durch die
zahlreichen Theater, Kinos, Cafes belebt.
Champ-de-Mars
Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein lagen
hier Gärten. Beim Bau der südöstlich angrenzenden Ecole Militaire planierte man
1767 das Gelände zu einem weiten Truppenübungs- und Paradeplatz. Ab 1780 für die
Öffentlichkeit zugänglich, wurde das Marsfeld immer wieder Schauplatz
historischer Ereignisse: Ballonaufstiege 1783/84, Feste während der
Französischen Revolution, Messegelände seit 1798, Aufmärsche in napoleonischer
Zeit, Weltausstellungen seit 1867, erfolgreicher Erstflug 1908. Bis 1928
gestaltete man die Fläche zu einer Parkanlage um.
Conciergerie
heißt das burgartige gotische Schloss auf der Ile de la Cite,
das im 14. Jahrhundert erbaut wurde. 1431 dem Parlament überlassen, wurde der
Komplex Kerker für Staatsgefangene. Während der Französischen Revolution waren
die Räume der letzte Aufenthaltsort für 2600 Gefangene. Der westliche Eckturm
war Jahrhunderte lang Folterkammer, der rechte Torturm war dem Kronschatz
vorbehalten und am anderen Eckturm wurde 1370 die erste öffentliche Uhr
angebracht. Im Innern sind der dunkle Wachraum, die Salle des Gardes, mit
ornamentierten Säulenkapitellen, die Salle des Gens d'Armes, ehemals Speisesaal
der Dienerschaft und die Schlossküche für bis zu 3000 Personen sehenswert.
Ecole Militaire
Der Kontrapunkt zum Palais de Chaillot jenseits des
Champ-de-Mars gehört zu den gelungensten Bauwerken des 18. Jahrhunderts.
Gegründet als Königliche Kriegsakademie, wurde die Schule 1777 Kadettenanstalt,
an der auch Napoleon zum Artillerieleutnant ausgebildet wurde. Auch nach der
Revolution blieben die Gebäude militärisches Ausbildungszentrum. Die
Besichtigung ist im Allgemeinen nur Militärangehörigen möglich. Die Front zum
Marsfeld wird durch korinthische Säulen geprägt, im Giebel sind Trophäen und
allegorische Darstellungen.
Eiffelturm (Tour Eiffel)
Das berühmte Wahrzeichen der Stadt war mit gut 300 m Höhe
seinerzeit das höchste Bauwerk der Welt. Nach der Fertigstellung 1889
(Weltausstellung und 100. Jahrestag der Französischen Revolution) schlug die
ursprüngliche Kritik in Begeisterung um. Zunächst nur Blickfang, dient der
Stahlturm seit 1916 auch als Antennenmast. Die Schwankung der Turmspitze im
Sturm beträgt max. 12 cm, und die Höhe variiert mit der Temperatur um 15 cm. Wer
bei klarem Wetter nicht die speziellen Schrägaufzüge benutzt, sondern die 1652
Stufen erklimmt, wird mit einem Panorama belohnt, das bis fast 70 km ins Land
reichen kann. Im ersten Turmgeschoss befindet sich ein Museum zur Baugeschichte.
Forum des Halles
Anfang des 12. Jahrhunderts etablierte sich an dieser Stelle
ein städtischer Markt. Alle Kaufleute waren zum Verkauf auf dem Markt
verpflichtet. Mitte des 19. Jahrhunderts baute man mehrere gusseiserne Hallen,
in denen das gesamte Warenangebot des Landes zu finden war. Lange Zeit in seiner
Organisation vorbildlich, wurde der Großmarkt 1969 nach Rungis (im Süden bei
Orly) verlegt. Heute ist das Forum des Halles ein Einkaufs- und
Unterhaltungszentrum. In der Minus-eins-Ebene befindet sich das Musee de
l'Holographie mit den überraschenden Effekten dieses Abbildungsverfahrens.
Hôtel de Cluny
ist eines der wenigen großen mittelalterlichen Palais, die in
Paris erhalten geblieben sind. Im Hof ein Brunnen aus dem 15. Jahrhundert. Der
Gebäudeschmuck besteht aus feinen, spätgotischen Zierformen. Angeschlossen ist
das Musee National des Thermes mit verschiedenen Baderäumen aus dem 2.
Jahrhundert. Im Saal Notre-Dame-de-Paris sind Skulpturenfragmente der Kathedrale
ausgestellt. Sehenswert sind auch die Sammlung von Tapisserien und die Säle mit
mittelalterlichem Kunsthandwerk.
Hôtel des Invalides
Die Einrichtung einer Veteranenkaserne geht auf Ludwig XIV.
zurück, der 1670 für die zahlreichen Kriegsbehinderten seiner Feldzüge eine
großräumige Anlage errichten ließ. Von der Esplanade mit eindrucksvoller
perspektivischer Wirkung gelangt man in den Garten, in dem 18 Feldgeschütze zu
einer Triumphbatterie aufgestellt sind. Durch ein Skulpturen-Portal gelangt man
in die Cour d'Honneur, umrahmt von zweistöckigen Rundbogenarkaden. Die Fassade
des Obergeschosses ist mit Skulpturen und Trophäen geschmückt. Während die reich
verzierte Südfront mit Geschützen unterschiedlicher Art zur Kirche St.
Louis-des-Invalides gehört, ist in den beiden Seitenflügeln das Musee de I'Armee
untergebracht. Hier finden sich umfangreiche Sammlungen zur Entwicklung der
Waffentechnik und zur französischen Militärgeschichte.
Hôtel de Rohan
Das Stadtschloss der Fürstenbischöfe von Straßburg ziert das
Relief der Sonnenrosse Apollos. In den Gemächern der Kardinäle von Rohan finden
sich wertvolle Teppiche, ein Kabinett mit prunkvollen Chinoiserieformen und
Fabeldarstellungen. Heute ist es Teil des Nationalarchivs.
Hôtel Sale
Das Palais, errichtet im 17. Jahrhundert, beherbergt heute
das Musee Pablo Picasso
Hôtel de Sens
wurde an der Wende zum 16. Jahrhundert erbaut und war Sitz
der Erzbischöfe von Sens. Der spätmittelalterliche Bau, nahe dem Ufer der Seine, ist von zierlichen Formen
geschmückt. Er beherbergt die Bibliotheque Fornsy, deren Schwerpunkt bildende
Kunst, Kunstgewerbe und Industriedesign ist.
Hôtel de Soubise
Vom ursprünglichen Palais existiert nur noch der Torhau des
14. Jahrhunderts, das übrige Gebäude ist 350 Jahre jünger. Heute ist hier und in
angrenzenden Häusern das 1789 gegründete Nationalarchiv mit 6 Milliarden
Dokumenten sowie das Musee de I'Histoire de France untergebracht.
Hôtel de Ville
Das Rathaus ist Verwaltungszentrum und Treffpunkt bei großen
offiziellen Empfängen. Der Platz davor war seit dem Mittelalter Ort für
Kundgebungen, Urteilsvollstreckungen und Volksfeste. Im 14. Jahrhundert zog der
Rat der Stadt in ein angrenzendes Gebäude. Im 16./17. Jahrhundert erbaute man
ein neues Rathaus im Renaissancestil, das 1871 während des Kommuneaufstandes
nieder brannte. Der heutige Bau ist erst vor 130 Jahren im Neurenaissancestil
beendet worden; seine Fassaden sind mit fast 150 Statuen berühmter Personen
geschmückt. Im Innern demonstriert eine prächtige Dekoration den Stil der
Dritten Republik.
Institut de France
Das College des Quatre-Nations wurde von Kardinal Mazarin
gestiftet und 1688 eröffnet, ein Jahrhundert später jedoch aufgelöst. 1806 fand
hier das Institut de France, das 1795 aus den ehemaligen königlichen Akademien
gebildet worden war, sein endgültiges Domizil.
Eigentlich gehören zum Institut fünf Akademien (des
Inscriptions et Belles Lettres, des Sciences. des Beaux-Arts, des Sciences
Morales et Politiques), doch werden diese von der Academie Franeaise
überstrahlt, die sich der intensiven Pflege der französischen Sprache
verschrieben hat. In den Sitzungssälen sind Wandteppiche, Gemälde und Büsten der
Akademiemitglieder zu besichtigen.
Institut du Monde Arabe
Das auffällige Stahl-Glas-Gebäude am Seine-Ufer wurde 1987
fertig gestellt. Es beherbergt das 1980 gegründete Institut der arabischen Welt,
das von 22 moslemischen Staaten und Frankreich unterhalten wird. Aufgabe des
Instituts ist die Pflege der islamischen Kultur und Zivilisation und die
Förderung der internationalen Zusammenarbeit. Im Gebäude befindet sich ein
Museum, das die arabisch-islamischen Stücke des Louvre und zeitgenössische Kunst
ausstellt, sowie eine einschlägige Bibliothek.
Jardin des Tuileries
Der Name geht zurück auf die zahlreichen Brennöfen für
Ziegel, mit denen in den umgebenden Vierteln gebaut wurde. Die Anlage dieses
Französischen Gartens entstand im 17. Jahrhundert Eingebettet zwischen zwei
Terrassen liegen auf der Louvre-Seite die Parterres, einst der mit Gittern und
Gräben abgeteilte königliche Garten. Hier stehen heute Plastiken bekannter
Künstler. Zu beiden Seiten der Mittelachse folgen dann die Quinconces mit
Statuen des 19./20. Jahrhunderts. Auf der westlichen Seite befindet sich ein
achteckiges Becken, das von mehreren allegorischen Skulpturen umgeben ist.
Erhöht auf den Rampen stehen zwei Museumspavillons, die Orangerie und das Jeu de
Paume.
Opera
1875 eingeweiht, soll der Bau das weltgrößte Opernhaus sein.
Nach dem Einbau technischer Neuerungen können heute neben klassischer Oper und
Ballett auch moderne Kunstformen präsentiert werden. Außen und innen ist das
Gebäude prunkvoll ausgestattet. Das Deckengemälde von Marc Chagall zeigt Motive
aus berühmten Opern. Im ehemaligen Kaiserpavillon sind heute die Bibliothek und
das Opernmuseum untergebracht.
Palais-Bourbon
Es wurde im 18. Jahrhundert von der Königsfamilie erbaut und
während der Revolution beschlagnahmt. 1827 ging der Bau an den Staat über und
wurde Sitz der Nationalversammlung. Auch heute tagen die Abgeordneten hier. Die
historisierende Vorderfront ist durch mehrere Plastiken und allegorische Reliefs
geschmückt. In der Bibliothek ist ein Deckengemälde von Delacroix, das die
Zivilisationsgeschichte allegorisiert.
Palais de Chaillot
Der aus zwei geschwungenen Flügeln bestehende Komplex wird
durch eine Terrasse getrennt, von der aus man einen weiten Blick über das linke
Seineufer hat, beherrscht vom Eiffelturm. Die in neoklassizistischem
Monumentalstil gehaltenen Gebäude beherbergen mehrere Museen: Musee de la
Marine, in dem Exponate zur französischen Seefahrtsgeschichte bewahrt werden;
Musee des Monuments Franois mit Skulpturen und Wandmalereien; Musee de i'Homme,
das der Menschheitsgeschichte und Völkerkunde gewidmet ist und Musee du Cinema
zur Geschichte von Photo und Film.
Palais de la Decouverte
Das Gebäudeensemble, bestehend aus dem Grand und dem Petit
Palais, wurde anlässlich der Weltausstellung von 1900 im Neobarockstil der Belle
Epoque erbaut, heute oft für Wechselausteilungen genutzt. Im Kleinen Palais hat
heute das Musee des Beaux-Arts de la Ville de Paris seinen Sitz (Kunstwerke vom
Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert). Das Grand Palais zieren lange Kolonnaden,
hinter denen sich ein Mosaikfries entlang zieht. Die Risalite werden von
Bronzeskulpturen gekrönt. In einem Teil befinden sich Konferenzräume und eine
Bibliothek, im anderen das Musee de la Decouverte (Exponate zur Geschichte der
Erfindungen und Entdeckungen) sowie das Planetarium.
Palais de I'Elysée
Der kostbar ausgestattete Palast des 18. Jahrhunderts war
Residenz ausländischer Botschaften, Ballhaus und ist seit 1873 Sitz des
französischen Staatspräsidenten. (Besichtigung nicht möglich).
Palais de Justice
Die Seine-Insel war bereits zu römischer Zeit Verwaltungssitz
des Statthalters. Im Mittelalter residierten hier die Könige. Im 14. Jahrhundert
baute man die Burg zu einem prachtvollen Schloss aus. Nach dem Aufstand von 1358
zog der König in den Louvre, der Palast wurde Sitz des Parlaments, des obersten
Gerichtshofes. 1790 aufgelöst, folgte ihm ein revolutionäres Gericht, das
ebenfalls hier amtierte. Sein heutiges Aussehen verdankt der Bau einer
jahrzehntelangen Restaurierung. In den ehemaligen Gemächern haben heute die
verschiedenen Gerichte ihren Sitz.
Palais du Louvre
Anfang des 13. Jahrhunderts entstand auf dem rechten
Seine-Ufer eine Festung, die Hort für Staatsschatz, Arsenal und Archiv war. Der
Name Louvre leitet sich von Wolfsjagden ab. Im 16. Jahrhundert schleifte man die
Festung weitgehend und erbaute ein Schloss. Gegenüber wurde das Palais des
Tuileries erbaut und im 17. Jahrhundert fügte man weitere Flügel um den
Viereckhof hinzu. Trotz dieser Erweiterungen verließ der Hof Ludwigs XIV. den
Louvre und zog 1682 nach Versailles. Das Stadtschloss blieb unvollendet, die
Flügel wurden als Wohnungen vom Volk in Besitz genommen. die Anlage verwahrloste
im 18. Jahrhundert. Während der Revolution geplündert, wurde der Palast Quartier
für Konvent und Wohlfahrtsausschuss. Unter Napoleon baute man an den Flügeln
weiter. aber erst unter Napoleon III. erhielt der Louvre seine heutige Bauform.
Die Tuilerien brannten 1871 nieder. Bekannt ist der Louvre aber nicht so sehr
als Palastanlage, sondern er ist Synonym für eines der bedeutendsten Kunstmuseen
der Welt. Im 16. Jahrhundert wurde vom König der Grundstock mit einem Dutzend
Meisterwerken gelegt. Im königlichen Kunstkabinett sammelten sich im 17./18.
Jahrhundert Tausende von Gemälden und Skulpturen an, bis die Sammlung 1793 der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Durch Kunstbeute aus den Napoleonischen
Kriegen entwickelte sich das Museum zum führenden Institut, das heute rund
300.000 Kunstwerke besitzt. Jährlich besuchen etwa 4 Millionen Menschen die 200
Säle und Galerien des Museums.
Palais du Luxembourg
Den Adelssitz ließ Maria de' Médici im Stil ihrer
toskanischen Heimat zu Anfang des 17. Jahrhunderts erbauen. Heute tagt hier der
Senat. In der ehemaligen Bibliothek finden sich Wandgemälde. Die Ehrentreppe
stammt vom Beginn des 19. Jahrhunderts. Im Park, beliebtes Erholungsziel, erhebt
sich die Fontaine, de Médici. errichtet 1624 und verziert mit den Flussgöttern
Rhein und Seine.
Palais Royal
Das im 17. Jahrhundert von Kardinal Richelieu erbaute Palais
ist heute Sitz des Staatsrats und nicht zu besichtigen. Die Hauptfassade ist mit
Waffentrophäen und allegorischen Figuren geschmückt. Der Garten wird von
eleganten Galerien umsäumt, in denen kleinere Geschäfte ihre Waren ausstellen.
Pantheon
Der mächtige Kuppelbau überragt das gesamte Viertel. Fertig
gestellt im Revolutionsjahr 1789, beschloss die verfassungsgebende Versammlung
die eigentlich der hl. Genoveva zugedachte Kirche zu einem Pantheon berühmter
Franzosen zu machen. Durch einen monumentalen korinthischen Säulenpartikus
gelangt man in den riesigen Kuppelraum des Mausoleums. Die Wände sind mit
Fresken ausgekleidet, moderne Skulpturen stehen im Querschiff. Die Krypta
enthält u. a. die Grabmäler von Rousseau, Voltaire, Victor Hugo, Emil Zola und
Jean Jaures.
Place de la Concorde
Der weite Platz wurde zum Gedenken an den Frieden im
Österreichischen Erbfolgekrieg 1748 angelegt. Bühne für ein Reiterstandbild
Ludwigs XV. Zur Zeit der Revolution stand hier die Guillotine. der in zwei
Jahren 1350 Menschen zum Opfer fielen, Adlige ebenso wie Anführer der
Revolution. Den neuen – hoffnungsvollen – Namen erhielt der Platz erst später.
Mitte des 19. Jahrhunderts fanden hier allegorische Städtestatuen ihren Platz.
In der Mitte errichtete man einen ägyptischen Obelisken aus dem 13. Jahrhundert
v. Chr. Die Nordseite des Platzes wird vom Hôtel de la Marine, Sitz des
Admiralstabs, und dem Hôtel Crillon flankiert, beide mit Kolonnadenfront im Stil
des 18. Jahrhunderts.
Pont Alexandre III
Die Seinebrücke wurde anlässlich der Weltausstellung von 1900
als repräsentative Verbindung zur Esplanade des Invalides erbaut. Prachtvolle
Kandelaber und Girlanden erinnern an die gute, alte Zeit.
Pont Neuf
Trotz des Namens ist diese Brücke die älteste erhaltene in
Paris. Fertig gestellt 1604. Sie war die erste Brücke, die unbebaut blieb, da
der Blick vom Louvre auf die alte Burg auf der Ile de la Cité unverstellt
bleiben sollte. Neu waren auch die erhöhten Gehsteige, die Fußgänger und
Fahrzeuge trennten. Hier wurde erstmals das Standbild eines Herrschers
öffentlich aufgestellt (Heinrich IV. hoch zu Ross). Hinter diesem
reliefverzierten Denkmal führt eine Treppe auf den Schürzenjäger-Platz. Square
du Vert-Galant. genannt nach den Vorlieben jenes vierten Heinrichs. Schöner
Blick auf die Uferfront heim Louvre und der Münze.
Tour Maine-Montparnasse
Eine Kleinstadt in der Stadt stellt dieser bronzefarbene,
ovale Büroturm von 209 m Höhe dar. Eine weite Rundsicht bietet sich vorn 56.
Stockwerk, besonders eindrucksvoll am Abend.
Unesco
Das dreiachsige Hauptgebäude wurde 1958 für die
Kulturorganisation der Uno unter internationaler Beteilung erbaut. Der
Plenarsaal und die Tagungsräume für die Kommissionen sind in einem
Nachbargebäude untergebracht. Erweiterungsbauten, teils unterirdisch und über
Innenhöfe mit Licht versorgt, folgten in den sechziger Jahren. Der Raumschmuck
wurde bekannten Künstlern aus aller Herren Länder übertragen: Picasso, Tamayo,
Arp. Mirö, Moore, Calder und Le Corbusier. Noguchi gestaltete die Gartenanlage
in japanischem Stil.
Invalidendom/St.
Louisdes-Invalides
Die Soldatenkirche St. Louis-des-Invalides des 17.
Jahrhunderts ist eine nationale Weihekirche, in der die erbeuteten Truppenfahnen
der Feldzüge des 19./20. Jahrhunderts ausgestellt sind. Die Krypta ist Grabstatt
für französische Marschälle und Generäle. Ein gemeinsamer Altarraum verband die
Kirche mit dem Invalidendom, in dem das Grand Siede Ludwigs XIV. verkörpert ist.
Während der Revolution Marstempel, wurde der Bau von Napoleon zur
Begräbnisstätte hoher Militärs bestimmt. Er selbst ruht in einem ineinander
geschachtelten Sarkophag unter der monumentalen Kuppel. Die Gewölbe sind bemalt.
Pilaster und Reliefs schmücken die Wände, der Boden besteht aus
Marmoreinlegearbeiten. Ein umfangreiches Skulpturenprogramm (Apostel, Könige,
Allegorien) und Kriegstrophäen Napoleons setzen Zäsuren in dem Kuppelbau.
La Madeleine/Ste.
Marie-Madeleine
Begonnen wurde der Bau als Kirche im 18. Jahrhundert. Doch
blieb der endgültige Verwendungszweck lange Zeit in der Schwebe. Napoleon
bestimmte sie zum Ruhmestempel für die Grande Armee, die bereits bestehenden
Bauten riss man wieder nieder und errichtete nunmehr einen klassizistischen
Tempel, der 1842 schließlich doch Pfarrkirche wurde. Eine Kolonnade mit 52
korinthischen Säulen trägt einen Skulpturenfries. Im Giebel eine Darstellung des
Jüngsten Gerichts. Vom breiten Stufenaufgang bietet sich ein weiter Blick in
Richtung Place de la Concorde.
Notre-Dame
zählt durch seine ausgewogenen Proportionen, seine klare
Linienführung und die gelungene Durchdringung der verschiedenen Ebenen zu den
bedeutendsten Bauwerken der Gotik. Die Baugeschichte reicht bis in die gallische
Zeit zurück, als hier ein Heiligtum stand, später ein römischer Tempel, eine
frühchristliche Basilika, dann ein romanischer Kirchenbau. Im 12. Jahrhundert
begann man die Kathedrale, 1345 schließlich war sie vollendet. Bereits zur
Bauzeit und danach, Notre-Dame war stets Schauplatz und Brennpunkt des
geistlichen und politischen Lebens: 1302 Eröffnung der ersten Generalstände,
Königskrönungen, 1455 posthumer Revisionsprozess gegen Jeanne d'Arc. dynastische
Hochzeiten und Siegesfeiern. Während der Französischen Revolution wurde die
Kathedrale zum Tempel der Vernunft erklärt und dem Höchsten Wesen geweiht. 1804
ließ sich Napoleon hier zum Kaiser der Franzosen krönen, nach der Befreiung der
Stadt im Jahr 1944 wurden Dankgottesdienste zelebriert, hier gab es feierliche
Zeremonien für die Staatsbegräbnisse der Präsidenten.
Das Westwerk mit den drei gotischen Portalen stammt noch aus
dem 12. Jahrhundert. Die Torgewölbe sind reich skulptiert mit Figuren und
religiösen Szenen. Über den Portalen zieht sich eine Königsgalerie entlang
(Kopien, die Originale sind im Musee de Cluny), darüber eine Fensterrose von 10
m Durchmesser. Eine Arkadengalerie leitet über zu den beiden Turmstümpfen, die
infolge der großen Arkaden leicht und elegant wirken. Als erste Kirche war
Notre-Dame von einem Kapellenkranz umgeben, gestiftet von Adel und
Bruderschaften. Das Querschiff wird von filigran gearbeiteten Fensterrosen
bestimmt. Im Chor befinden sich Standbilder und eine Reihe von Grabmälern
weltlicher und geistlicher Würdenträger.
Notre-Dame-des-Victoires
Errichtet im Gedenken an einen Sieg über die Protestanten im
17. Jahrhundert, ist die Kirche seit über 170 Jahren eine viel besuchte
Wallfahrtskirche des Marienkultes. Die Wände sind mit zigtausenden Votivtafeln
bedeckt, im Chor Täfelungen und Gemälde des 17. Jahrhunderts
Sacre-Coeur
Auf dem Märtyrerberg, Montmartre, erhebt sich eine weithin
sichtbare weiße Kuppelkirche. Ihr Bau geht auf den Schwur der Katholiken zurück,
nach der Niederlage 1870 eine Sühnekirche zu errichten.
Kreuzrippen und Grabmäler aus
dem Mittelalter, Glasmalereien, ein Bronzekreuzweg und Emailtafeln aus dem 20.
Jahrhundert
Ste. Chapelle
Integriert in das Palais de Justice, ist dieser Bau des 13.
Jahrhunderts auf der Ile de St. Louis eine der gelungensten gotischen Kirchen.
Der bestimmende Eindruck ist der des Filigranen, Himmelstrebenden. Im Boden der
Unterkapelle sind zahlreiche Grabplatten von Stiftsherren eingelassen. Über
Wendeltreppen gelangt man in die Oberkapelle, die einst der königlichen Familie
vorbehalten war. Die über 1100 Szenen in den hohen farbenprächtigen Fenstern
sind gleichsam eine Bilderbibel, die im Uhrzeigersinn abzuschreiten ist. Arkaden
mit fein ziselierten Kapitellen rahmen das Kirchenschiff ein, an den Säulen sind
jeweils Apostelstatuen angebracht.
St. Etienne-du-Mont
Die komplizierte Baugeschichte zieht sich über Jahrhunderte
vom 13. bis zum 17. Jahrhundert. Entsprechend verbindet die Fassade gotische.
Renaissance- und Barockelemente auf eigenwillige Weise. Das Hauptschiff ist
trotz seiner Entstehungszeit im 16. Jahrhundert noch rein gotisch. Auf
halber Höhe führt ein Laufgang um das Schiff. Der Lettner in der Mitte der
Kirchenhalle ist hier auf einem weiten Bogen angelegt und zeigt
Renaissanceornamente. Die Kanzel (17. Jahrhundert) wird von einer
Samson-Skulptur getragen. Hinter dem Chor liegt ein Kreuzgang, dessen Fenster
(17. Jahrhundert) bemerkenswert sind.
St. Eustache
wurde als Pfarrkirche für das Hallenviertel geplant,
finanziert (neben Hof und Adel) durch die Zünfte der Markthändler. Begonnen im
16. Jahrhundert, blieb die Kirche unvollendet, bis ihr im 18. Jahrhundert eine
klassizistische Fassade vorgeblendet wurde. Durch die Nähe zum Louvre fanden in
St. Eustache immer wieder politische Ereignisse statt. Zur Revolutionszeit war
sie Tempel der Vernunft und später des Ackerbaus. Das Innere der fünfschiffigen
Anlage mit Kapellenkranz und doppeltem Chorumgang ist reich ornamentiert. In den
Kapellen befinden sich mehrere Werke bedeutender Künstler (z. B. Rubens). Das
Nordportal ist in eine fein gearbeitete Renaissancefassade eingebettet.
St. Germain-I'Auxerrois
stellt ebenfalls eine Stilsammlung dar: Glockenturm
romanisch, Chor gotisch, Vorhalle und Schiff spätgotisch, Chorkapellen aus der
Renaissance. Besonders erwähnenswert ist das Netzgewölbe der Vorhalle. der
kostbar gearbeitete sog. Kirchenratsstuhl des 18. Jahrhunderts sowie auf
seiner Rückseite ein farbiges Triptychon aus dem 15. Jahrhundert. St. Germain
ist Grabkirche für zahlreiche Künstler, deren Werke im Louvre zu sehen sind.
St. Germain-des-Pres
wurde im 6. Jahrhundert als Reliquiarkirche erbaut und war
Grablege der Merowingerkönige. Danach Benediktinerabtei, fiel der Bau mehrmals
normannischen Überfällen zum Opfer. Auch während der Revolution wurde vieles
zerstört. Die Kirche diente als Salpeterfabrik. Heute bietet sich das im 19.
Jahrhundert restaurierte Gotteshaus als Bau des 11./12. Jahrhunderts dar, der im
17. Jahrhundert Veränderungen erfuhr. In den Seitenkapellen sind die Grabmäler
von Gelehrten und Adligen.
St. Gervais-St. Protais
ist zwei römischen Offizieren geweiht, die unter Nero
starben. Der spätgotischen Kirche ist eine klassizistische Fassade mit
dorischen, ionischen und korinthischen Säulen vorgeblendet. Im Inneren findet
man ein Chorgestühl aus dem 16./ 17. Jahrhundert, die älteste Pariser Orgel von
1601 sowie eine Altartafel des 16. Jahrhunderts
St. Julien-le-Pauvre
entstand gleichzeitig mit Notre-Dame im 12./13. Jahrhundert
und diente bis ins 16. Jahrhundert den Versammlungen der Universität. Flankiert
von schmalen Häusern mit mittelalterlichen Kellergewölben, liegt die Kirche in
malerischer Umgebung und bietet einen der schönsten Blicke auf Notre-Dame, wie
auch die gegenüberliegende Kirche St. Severin. Baulich sind der Chor und die
Kapitelle der Jochpfeiler bemerkenswert.
St. Martin-des-Champs
ist heute in das Musee National des Techniques integriert. Im
Kirchenschiff sind alte Verkehrsmittel ausgestellt und im Gewölbe das
Foucaultsche Pendel, mit dem 1850 im Pantheon der Nachweis für die Erdrotation
geführt wurde.
St. Severin
zeigt in der Fassade noch romanischen Stil, während Schiff
und Seitenwände das 14. - 16. Jahrhundert widerspiegeln. Jedes Joch des
Langhauses besitzt eigene Giebel, die reich mit Maßwerk, Wasserspeiern und
Fialen geschmückt sind. Die Pfeilerrippen des Chorumgangs verbinden sich in der
Höhe zu einem palmenartig dichten Geflecht. Vor dem Chor befindet sich ein
kleiner Garten (früher Friedhof), den die Galerien des letzten Beinhauses
umgeben.
St. Sulpice
wurde im 17./ 18. Jahrhundert erbaut. Im Querschiff steht
eine astronomische Messvorrichtung (Gnomon) zur Anzeige der Mittagsstunde. In
der Marienkapelle ein Standbild der Madonna auf der Weltkugel. Erwähnenswert
sind auch der Orgelprospekt des 18. Jahrhunderts und intensive Wandmalereien in
den Seitenkapellen.
Val-de-Gräce
ist eine vollständig erhaltene Klosteranlage des 17.
Jahrhunderts. Die in der Französischen Revolution zu einem Militärkrankenhaus
gemacht wurde und auch heute noch dem Heeressanitätsdienst untersteht. Der
zweigeschossig eingefasste Kreuzgang ist zu besichtigen. Die Kirche selbst steht
römischen Bauten nahe. Die Kuppel ist vom Petersdom beeinflusst. Das Innere ist
von einem monumental-wuchtigen Barockstil geprägt: Den Altar überdacht ein
Baldachin auf schwarzen Wendelsäulen, die Kuppel ist mit überlebensgroßen
Fresken bemalt, der Fußboden zeigt geometrische Marmormuster.
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