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In Carnac steht eine außergewöhnliche Megalithanlage mit 6000
Jahre alte Megalithen. Die Alignements von Carnac wurden in der Jungsteinzeit
zwischen dem 5. und dem 3. Jahrtausend v. Chr. von sesshaft gewordenen
Gemeinschaften errichtet, die Ackerbau und Viehzucht betrieben. Diese
Steinbauten, die in Reihen angeordnete Menhire und Steingehege (frz. Enceintes)
kombinieren, sind in eine megalithische Landschaft mit isoliert stehenden
Menhiren, Einzelgräbern (Hügelgräber) und Kollektivgräbern (Dolmen)
eingebunden.
Nach der Legende vom heiligen Cornelius sah man in den
Megalithen versteinerte römische Legionäre, nach den lokalen
Glaubensvorstellungen rätselhafte Steine und die Gelehrten des frühen 19.
Jahrhunderts hielten sie für keltische Tempel. Die wissenschaftliche
Herangehensweise von Prosper Merimee, Inspektor der historischen Denkmäler,
führte dazu, dass der französische Staat ab 1830 eine Politik des Erwerbs und
der Bewahrung der 6000 Jahre alten Megalithen verfolgte. Während des 20.
Jahrhunderts wurde die Stätte restauriert und neu gestaltet, sodass wir heute
die Erbauer der Jungsteinzeit besser verstehen können.
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Le Menec ist ein westlich von Carnac gelegenes Feld und
besteht heute aus 1050 Steinen, die über eine Länge von 950 m angeordnet sind.
Das Dorf Le Menec befindet sich inmitten eines Steingeheges aus 71 sehr dicht
stehenden Steinblöcken. Dieses ovale Steingehege ist etwas nach Süden versetzt
verglichen mit den 11 Menhirreihen, die hier enden. Einer der Blöcke, der 3,5 m
hohe „Riese von Le Menec”, ist wahrscheinlich älter als das Alignement selbst.
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Toul-Chignan bildet die Ostverlängerung der Anlage von Le
Menec und stößt auf ein Steingehege, von dem noch zwei Seiten erhalten sind.
Einige allein stehende Monolithe erheben sich weiter östlich inmitten der
Landschaft.
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Kermario ist vermutlich die Anlage von Carnac, die aufgrund
der eindrucksvoll großen Monolithe am meisten besucht wird. Folge dieser
Beliebtheit war eine Erosion, was dazu führte, dass die Stätte eingezäunt wurde.
Im Westen macht die Straße eine Kurve - es wird vermutet, dass sich dort das
Steingehege befand, dass den Abschluss der Anlage markierte. In diesem Bereich
findet man auch einen Dolmen' ohne den ursprünglich vorhandenen Cairn.
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Der Dolmen, ein Kollektivgrab, war ein in der Jungsteinzeit
häufig verbreiteter Grabstättentyp. Er diente zur Aufbewahrung der sterblichen
Überreste von mehreren Personen und bestand aus einem Cairn (nicht erhalten),
der den typisch megalithischen Bau aus Gängen und einer Grabkammer bedeckte.
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Hinter der Petite Metairie ziehen sich die Menhirreihen
bergauf zum Plateau des Moulin de Kermaux und dann wieder sanft bergab in
Richtung des im 19. Jahrhundert angelegten Teichs von Kerloquet.
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In Le Manio verlaufen die Menhirreihen über ein Hügelgrab
hinweg, das bereits vor ihrer Errichtung existierte. Auf dessen höchster Stelle
ragt ein 3,5 m großer Menhir empor. Bei Ausgrabungen an diesem Hügelgrab im Jahr
1922 barg man bedeutende Funde, die im Museum für Vor- und Frühgeschichte in
Carnac gezeigt werden.
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Das viereckige Steingehege von Le Manio, weiter östlich, ist
eine Anfang des 20. Jahrhundert restaurierte Anlage aus 1 Meter hohen Blöcken
aus lokalem Granit. Sie sind aneinander gesetzt und umgrenzten nach alten
Beschreibungen ein Hügelgrab, d. h. ein Einzelgrab.
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Der „Geant du Manio” (Riese von Le Manio), weiter südlich,
ragt etwa 6 m gen Himmel.
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Kerlescan besteht aus den dreizehn am besten erhaltenen
Menhirreihen. Gut erkennbar laufen diese Alignements im Westen auf die Überreste
eines viereckigen Steingeheges zu. Dieses wird im Norden durch ein langes
Hügelgrab abgeschlossen, an dessen äußerem westlichen Ende ein hoher Menhir
steht. Diese Grabstätte ist geplündert worden, wie die künstlichen Vertiefungen
in der Mitte vermuten lassen. Gräber solcher Art enthielten wertvollstes
archäologisches Material, das bei den Antiquitätenhändlern des 18. und 19.
Jahrhundert Begierlichkeiten weckte.
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Le Petit Menec, auf dem Gebiet der Gemeinde La
Trinite-sur-Mer verlängert mit seinen Alignements die Anlage von Kerlescan.
Das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Carnac bietet einen
Überblick über die Entwicklung der Menschen in der Bretagne von der Altsteinzeit
(450.000 v. Chr.) bis zum Mittelalter. Es ergänzt die Besichtigung der Anlagen
und ermöglicht, das tägliche Leben der jungsteinzeitlichen Menschen, ihre
Steinbauten und ihre rituellen Bestattungsformen besser zu verstehen. Das Museum
James Miln-Zacharie Le Rouzic besitzt eine der reichsten prähistorischen
Sammlungen der Welt. Es trägt den Namen von zwei Wegbereitern der modernen
Archäologie: James Miln (ab Ende des 19. Jahrhundert) und Zacharie Le Rouzic
(bis 1939). Sie beide leiteten zahlreiche Ausgrabungen und bargen viel
Fundmaterial wie Feuerstein, Werkzeuge aus Schiefer und Quarz, Keramik.

Begräbnisstätten und sakrale Bauten
Die megalithischen Bauten können in zwei große Gruppen
eingeteilt werden:
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Die Einzel- oder Kollektivgräber, die über ihre
Begräbnisfunktion hinaus aufgrund ihrer monumentalen Größe als Markierung für
ein Territorium und sogar als Zeichen für die kollektive Identität interpretiert
werden können.
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Die aufgerichteten Steine, die noch immer Geheimnis umwoben
sind. Mehrere Deutungsversuche wurden unternommen - ohne zu überzeugen. Heute
neigen die Experten dazu, sie als Markierungszeichen von besonderen oder sogar
heiligen Stätten anzusehen.
Das gemeinsame Gepräge der großen Alignements in der Gegend
von Carnac legen den Gedanken nahe, dass es sich um Kultstätten handeln könnte.
Die Steinreihen würden danach Alleen sein, die auf die
Steingehege zulaufen. Letztere nehmen eine besondere Stellung (in erhöhter Lage)
ein und schließen die Megalithanlage ab. Das Ganze könnte als Kombination aus
einem offenen Prozessionsbereich (Menhirreihen) und einer geschlossenen
Kultstätte (das Steingehege) gedeutet werden und damit den Grundriss der
ältesten erhaltenen "Tempel" der Menschheitsgeschichte darstellen.
Erläuterungen
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Alignement: aufgestellte und in einer Reihe angeordnete
Steine. Sie können wie in Carnac zusammen mit Steingehegen oder als Steinallee
aus mehreren parallel angeordneten Reihen auftreten.
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Cairn: Monument aus Stein, das Gräber bedeckt
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Dolmen ("Steintisch" auf Bretonisch): Grabkammer, zu der
manchmal ein Grabgang gehört und die durch horizontale Steine begrenzt wird.
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Menhir: bretonisches Wort mit der Bedeutung „langer Stein”.
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Steingehege (frz. Enceinte): geschlossener Bereich, der durch
aneinander angrenzende oder dicht stehende Megalithen gebildet wird.
www.carnac.monuments-nationaux.fr
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