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Die Bretagne im Herbst

 

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Der Herbst liegt bereits in seinen letzten Zügen. Jetzt, wo der Massentourismus vorbei ist, wollen wir uns die Bretagne ansehen. Sie bildet ein kontrastreiches Grenzland zwischen dem Nebel verhangenen Norden und dem sonnigen Süden. Neben Kiefern wachsen hier Eichen, Palmen und Tamarisken. Das Land am Meer mit seinen wilden Küsten und engen Sunden und seinen bunten Dörfern zeigt sich in seiner ganzen Schönheit. Vor tödlichen Riffen und sturmgepeitschten Inseln warnen die Lichtfinger zahlreicher Leuchttürme.

Die französische Austernhauptstadt Cancale, in der nördlichen Bretagne, liegt im Nordwesten der Bucht von Mont-Saint-Michel, etwa zehn Kilometer östlich von Saint-Malo. In dem schönen Hafen, La Houle, liegen die Boote bei Ebbe auf Grund. Hier werden Austern gezüchtet, die unter Kennern einen guten Ruf genießen.

In der nahen Rance-Mündung gewinnt das erste Gezeitenkraftwerk der Welt Energie aus Ebbe und Flut. In einem 750 m langen Staudamm sind 24 Zweiwegturbinen eingebaut, die durch die Gezeitentide angetrieben werden. Die Küste besitzt mit der lIe de Brehat bei Paimpol ein subtropisches Biotop, dann geht sie in die Cöte de Granit Rose über. Hier gibt es zwischen den rötlichen Felsen um Perros-Guirec zahlreiche Badeorte.

Welche Gewalten die vom Ozean ungebremst ein­stürmenden Wogen entfesseln, zeigen bis in die Gegenwart spektakuläre Schiffbrüche wie die des Super­tankers "Amoco Cadiz" 1978 vor Portsall. Bei Seeleuten besonders gefürchtet ist die Passage zwischen den weit vorgelagerten Inseln Molene, Ouessant und Sein.

In Brest liegt hinter einer Meerenge der atlantische Flottenstützpunkt der französischen Marine. Danach gehen das Departement Finis­tere mit der grandiosen Pointe du Raz und den Fische­reihäfen Douarnenez und Audierne in den bretoni­schen Süden über. In Quimper hat der salzige Seewind die gotische Kathedrale und ihre 400 Jahre jüngeren, aber stilgerechten Türme zu einer silbernen Einheit ver­schmolzen.

Wir übernachten in Saint-Coulomb, La Guimorais. Der Platz reicht bis zum Meer. Am nächsten Morgen wölbt sich der Himmel klar über uns. Wir fahren auf der N165 bis Guidel, dann auf der D306 nach Guidel Plage und folgen der Küstenstraße, bis wir das Fort Bloque erreichen. Es liegt auf einer Privatinsel. Früher diente diese Befestigungsanlage zum Schutz vor einer englischen Invasion. Die Anlage ist aufwändig zu einem privaten Feriendomizil modernisiert worden, jedoch ohne ihren Stil zu verlieren. Bei Ebbe kann man zu Fuß die Insel erreichen.

Fort Bloque

Wir fahren auf der D152 weiter, denn vor dem Ort liegen die Plätze direkt an der Straße und sind ziemlich laut, dahinter befinden sich die Plätze etwas in den Dünen und der Strand ist auch viel breiter.

Concarneau mit einer befestigten Altstadt mitten im Hafenbecken ist drittgrößter Fischereihafen Frankreichs nach Boulogne am Ärmelkanal und dem ein Stück weiter liegenden Lorient. Der Fang aus Gewässern vor Afrika und Irland wird hier angelandet. In Pont-Aven, am Ende einer schmalen Bucht, begann Paul Gauguin ab 1888 sei­ne eigenwillige Malweise zu entwickeln, bevor ihn noch stärkere Farben in die Südsee zogen.

Nirgends sonst haben Steinzeitmenschen so viele rätselhafte Zeichen gesetzt wie bei Carnac. Sie hinterließen ein paar Tausend Menhire, die mit bis zu 350 Tonnen Gewicht wohl selbst für Obelix zu schwer gewesen wären, dazu Steinkreise, Dolmen und kunstvoll geschichtete Hügelgräber. Diese Hinkelsteine ziehen sich bis in den Golfe du Morbihan hinein, ein von den Gezei­ten stark geprägtes Binnenmeer. Bretagne

Carnac-Plage ist ein kleiner, lebhafter Badeort an der Bucht von Quiberon. Hier, an der bretonischen Riviera, spürt man schon den Flair des Südens. Pinien stehen zwischen den Villen und Hotels, am schönen Strand genießen Tausende die einfachen diesseitigen Freuden eines Urlaubs am Meer.

Wie in der Bucht von St.-Michel im Norden, so ver­liert sich die Bretagne auch südlich in Flachland knapp über dem Meeresspiegel. Gleich hinter den Villen von La Baule, einem Nizza des Nordens mit einem von den Ablagerungen der Loire gespeisten Strand aus feinem Sand, wird um die einstige Sumpffestung Guerande noch Seesalz in größerem Stil gewonnen. Rund 10.000 Tonnen werden in den Sommermonaten aus den immer flacher werdenden Verdunstungsbecken geharkt, die einem schimmernden Spiegelmosaik gleichen. Was das Meer an Essbarem schenkt, wird in den quirligen Häfen von Piriac, La Turballe und Le Croisic ausgeladen und gehandelt. Hier endet unsere Reise durch die Bretagne und wir fahren die Landstraße an der Loire entlang bis Orléans, dann über die Autobahn zurück nach Deutschland.


 

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