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Der Wasserreichtum des Gebiets um die Mündung der Bigge in die Lenne sorgte
dafür, dass an den Wasserläufen schon früh zahlreiche Wassermühlen entstanden -
zu unterschiedlichen Zwecken. In kaum einer anderen Gemeinde des Sauerlandes
gibt es so viele ehemalige Wasserburgen wie in Finnentrop. Manche verschwanden,
drei sind als malerische Herrensitze erhalten.
Die Gemeinde Finnentrop liegt im Norden des Kreises Olpe, sie hat Anteil an den
Naturparks Ebbegebirge und Homert. Die höchste Erhebung - nördlich des Ortsteils
Weuspert - misst 651 Meter über NN, der tiefste Punkt, die Mündung des
Glingebaches in die Lenne in Rönkhausen, erreicht 220 Meter.
Der Wasserreichtum der Gegend sorgte dafür, dass schon früh zahlreiche Mühlen
entstanden.
Von der reichen Mühlenvergangenheit zeugen heute unter anderem noch die um 1900
erbaute "Knochenmühle" auf dem Hof Ruhrmann in Fretter und die "Alte Mühle" in
Frettermühle
mit oberschlächtigem Wasserrad. War die "Alte Mühle" eine - mittlerweile 600 Jahre alte -
Getreidemühle, so wurde in der "Knochenmühle" Tierknochen zur Düngung der Felder
gemahlen.
In der ehemaligen Knochenmühle in Fretter gibt es für alte und junge Besucher
manches zu entdecken. 1994
wurde in einem alten Hofhaus nahe der Kirche von Schönholthausen eine
Heimatstube eröffnet. Auf 260 Quadratmetern gibt es hier Exponate zu sehen, die
sowohl die Land- als auch die Waldwirtschaft der Gegend dokumentieren, aber auch
das Alltagsleben der Menschen wird gezeigt. Auch das dörfliche Handwerk -
Schmiede, Schuster und Schreiner - wird in rekonstruierten Werkstätten
präsentiert. Beide Anlagen sind restauriert und können besichtigt werden, die
"Alte Mühle" beherbergt neben der alten Technik auch ein Cafe.
Drei aus Wasserburgen hervorgegangene Adelssitze gibt es in Finnentrop, die alle
privat genutzt werden und deshalb nur von außen besichtigt werden können:
Schloss Ahausen stammt aus dem 18. Jahrhundert, geht jedoch auf eine Wasserburg
aus dem 15. Jahrhundert zurück. Das Schloss Lenhausen ist ebenfalls eine
mittelalterliche Wasserburg, die im 17. Jahrhundert umgebaut und modernisiert
wurde. Schließlich hat auch das barocke Haus Bamenohl einen mittelalterlichen
Vorgängerbau.
Mehrere Wasserkraftanlagen aus den 1920er und 1930er Jahren können als
technische Industriedenkmäler in den Ortsteilen Ahausen, Bamenohl und
Frielentrop nach Absprache besichtigt werden (Informationen unter 02761 / 8960).
An der Lenne im Ortsteil Lenhausen von Finnentrop steht das 1928 errichtete
Laufwasserkraftwerk Lenhausen und am südlichen Ortsausgang von Bamenohl in der
Gemeinde Finnentrop befindet sich das von 1921-1923 errichtetes
Laufwasserkraftwerk Bamenohl. Das Kraftwerk Ahausen am Biggesee dient heute als
Speicherkraftwerk zur Abdeckung von Lastspitzen.
Einen Besuch lohnen auch die Pfarrkirchen St. Mariae Himmelfahrt in Schönholthausen
und St. Georg im Ortsteil Schliprüthen. Erstere wurde 1732 bis 1736 als barockes
Gotteshaus errichtet. St. Georg ist eine romanische Hallenkirche, deren
Ausstattung zum Teil noch aus dem 17. Jahrhundert stammt.
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