Reise- und Urlaubsartikel

Die Kokerei Schwelgern

 

Startseite

Allgemein
Reiseplanung
Reiseberichte

Afrika

Amerika

Asien

Europa

Sonstige

 

Die Kokerei Schwelgern, die von dem Betriebsführer KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH geführt wird, ist in der Lage, jährlich rund 2,6 Millionen Tonnen qualitativ besonders hochwertigen Hochofenkoks zu produzieren und kann so den Koksbedarf von ThyssenKrupp Steel in Duisburg-Schwelgern decken - das sind zwei Drittel des gesamten Koksbedarfs der Hütte. Die Kohlenmenge, die hier täglich verarbeitet wird, würde übrigens ausreichen, um alle Haushalte der Stadt Duisburg mit Strom zu versorgen.

Premium-Koks für Duisburger Großhochöfen

"Die Kokerei Schweigern stellt Premium-Koks her, also Koks von absoluter Spitzenqualität", erklärt der technische Geschäftsführer der KBS, Peter Liszio, mit sichtlichem Stolz. "Das muss so sein, damit die Schwelgerner Großhochöfen immer besonders effektiv laufen können. Würden minderwertigere Einsatzstoffe zur Roheisenherstellung verwendet, könnte dies nicht garantiert werden." Um die Versorgung des Kunden ThyssenKrupp Steel mit hochwertigem Koks in konstanter Menge sicherstellen zu können, war kürzlich eine weitere Investition durch den Eigentümer CARBONARIA auf der Kokerei vonnöten: Die Kohlenmahlkapazität wurde erhöht und verbessert, indem eine zusätzliche Feinaufmahlungsanlage installiert wurde. Thomas Taylor, Leiter der Kokereibetriebsgesellschaft Schweigern, erläutert uns Details der neuen Feinaufmahlung, die für eine optimale Korngröße der Kohle sorgt.

Projektleiter Thomas Taylor holt zur Erklärung aus: "In der Kokerei Schweigern verwenden wir größtenteils Importkohle, die zwar qualitativ hochwertig, aber von relativ grober Körnung ist. Für uns ist das lehrt die Erfahrung - eine mittlere Korngröße von 1,5 Zentimetern ideal: Nicht weniger und nicht mehr. Damit stellen wir sicher, dass sich der Verkokungsvorgang optimal gestaltet und die Koksqualität hervorragend ist." Die Kapazität der bestehenden Prallhammermühlen, die die angelieferten Kohlen mahlen, reichte aber nicht aus, um eine konstant hohe Qualität des Endprodukts sicherstellen zu können. "Um es auf den Punkt zu bringen: Die bisherigen Mühlen waren bislang nur in der Lage, eine gröbere Kohlenkörnung herzustellen", gibt Taylor zu. Um die Aufmahlung der Kohle den Bedürfnissen der Koksofenbatterien anzupassen, wurde nun in der Kokerei Schweigern eine zusätzliche Mühlengruppe gebaut, die mit einem zweiten Mahlvorgang für eine optimale Korngröße der Kohle sorgt.

"Die Herausforderung bestand darin", so Taylor, "die neue Anlage während des laufenden Betriebs zu integrieren - die Kokerei kann ja nicht einfach abgeschaltet werden, sie muss immer weiter laufen und benötigt eine kontinuierliche Kohlenzufuhr." Ein Notkonzept musste her: Bereits in Rotterdam, wo Importkohle angelandet und umgeschlagen wird, wurden deshalb für fünf Produktionstage rund 66.000 Tonnen Kohle passend für die Kokerei Schwelgern aufbereitet. "Unter Umgehung der bestehenden Infrastruktur der Kohlenvorbehandlung mussten während der Einbindung des neuen Anlagenteils die Kohlen, zum Teil mit Radladern, direkt über das zentrale Förderband dem Kohlenturm zugeführt werden", blickt Taylor auf die hektische und spannende Zeit Ende November 2008 zurück. "Es war eine Menge Improvisation dabei, aber am Ende hat alles hervorragend geklappt."

Koks - ein wertvoller Brennstoff

Koks ist ein Produkt, das aus Kohle hergestellt und zum Einsatz im Hochofen gebraucht wird: Die im Hafen Schweigern angelandeten Kohlen werden zunächst in einer Mahlanlage gesiebt und gebrochen. Über zwei Mischbetten gelangen sie in einen 70 Meter hohen und 3.000 Tonnen fassenden zentralen Kohlenturm. Von dort aus befördert sie ein Füllwagen zu den jeweils 70 Öfen der beiden Koksofenbatterien. Bei 1.150 Grad Celsius wird die Kohle 25 Stunden lang unter Sauerstoffabschluss gebacken, in den Löschwagen gedrückt und unter einem der beiden Löschtürme gelöscht. Danach wird der Koks in der Sieberei gesiebt und auf Förderbändern oder per Waggon zu den beiden benachbarten Großhochöfen in Schweigern beziehungsweise den Hochöfen in Hamborn transportiert. Rund 2,6 Millionen Tonnen dieses Produkts liefert die Kokerei Schweigern an ThyssenKrupp Steel.

Seit Anfang Dezember arbeitet die neue Feinaufmahlung im Normalbetrieb: 500 Tonnen Kohle werden pro Stunde für die Kokerei Schweigern durchgesetzt. Auch der Sicherheit und dem Umweltschutz wurde im Rahmen des Neubaus Rechnung getragen: Das 40 Meter hohe Mühlengebäude verfügt über einen ausgefeilten Explosionsschutz sowie eine hochmoderne Entstaubungsanlage. Zu sehen ist auch die moderne Entstaubung in Form von grauen Rohren sowie das rote Explosionsunterdrückungssystem im oberen Teil.

Auswirkungen auf den Hochofenbetrieb

Die Geschäftsführer der KBS, Peter Liszio und Michael Fonck, freuen sich über die geglückte Integration der mehrere Millionen Euro teuren neuen Aufmahlung: "Wir gehen davon aus, dass sich die Koksproduktion künftig um gut 100.000 Tonnen pro Jahr erhöhen und dadurch der behördlich genehmigte Durchsatz endgültig erreicht wird." Das kommt natürlich auch dem Abnehmer zugute, denn der Einkauf von teurem Importkoks wird sich dadurch für ThyssenKrupp Steel verringern. Der Jahresbedarf von Deutschlands größtem Stahlhersteller liegt derzeit bei rund 3,8 Millionen Tonnen - 2,6 Millionen Tonnen liefert die Kokerei Schweigern, 800.000 Tonnen kommen von der Kokerei Prosper in Bottrop und 400.000 Tonnen aus Importen. "Wenn alles weiter wie geplant läuft, kann ThyssenKrupp Steel bald 100.000 Tonnen Koks aus China abbestellen", lacht Liszio. 

Kokerei Schwelgern Zahlen und Fakten

  • Eigentümer: CARBONARIA Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Kokerei Schweigern KG
  • Betreiber: PRUNA Betreiber GmbH
  • Betriebsführer: KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schweigern GmbH
  • Bauzeit: 3 Jahre
  • Inbetriebnahme: März 2003 > Investitionssumme: Mehr als 700 Millionen Euro
  • Ausstattung: Zwei Batterien mit jeweils 70 Koksöfen
  • Kohlebedarf: rund 3,8 Millionen Tonnen
  • Nutzvolumen pro Ofen: 93 Kubikmeter
  • Koksofenfüllung: ca. 80 Tonnen Kohle, entspricht rund 56 Tonnen Koks
  • Garungszeit: rund 25 Stunden > Druckvorgänge pro Tag: 133
  • Koksproduktion: 2,6 Mio. Tonnen pro Jahr

Im Gegensatz zu früheren Industriegebäuden wurde die Kokerei Schwelgern nach einem Farbkonzept des Farbphilosophen Friedrich-Ernst von Garnier gestaltet und mit hellgrünen und hellblauen Farbtönen in die Rheinlandschaft eingebunden.


 

 
Deutschland

Nordrhein-Westfalen

Reiseartikel schreiben

Sitemap  |  Reisebericht schreiben  |  Impressum