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Parken am
Ernst-Kuzorra-Platz sollte umsonst sein! Benannt nach dem Mann, der als Spieler
von Schalke 04 in den dreißiger und vierziger Jahren maßgeblich den Grundstein
zum Mythos Schalke legte. Der wohl der entscheidende Grund ist, dass die Stadt
Gelsenkirchen mit ihrem Stadtteil-Verein bis heute weltbekannt ist. Und dann
das. Ein kleiner Parkplatz an einer Ausfallstraße, ein überwuchertes Schild für
den Ehrenbürger der Stadt. Das war's dafür ist das Stadtbauamt den Fans
eigentlich was schuldig! Dabei geht es dem Helden von einst nicht viel besser
als seinem "Schlachtfeld". Das liegt sogar noch gut hundert Meter hinter dem
Parkplatz. Versteckt, aber wer es kennt und hier aussteigt, erlebt Geschichte.
Wie 1931, als der
Club mit einem Profi-Kader das damalige Amateurgebot des DFB unterlaufen hatte
und erst nach einem Jahr Spielsperre wieder zu seiner ersten offiziellen
Begegnung auflaufen darf. 35.000 fasst das Stadion, doch 70.000 verfolgen die
Begegnung gegen Fortuna Düsseldorf, drängen durch die engen Eingangstore, auf
denen noch heute der Schriftzug "Kampfbahn Glückauf' mit dem Signet von Schlägel
und Eisen an die enge Verbindung des Clubs zum Bergbau erinnert. In knapp 30
Jahren ist der Verein, u. a. von Lehrlingen der Zeche "Consolidation" gegründet,
eine Institution geworden: ohne Meistertitel, ohne Pokalerfolg. Denn hier
spielen viele Spieler, die bei einer Zeche auf der Lohnliste stehen, auch wenn
sie längst nicht mehr unter Tage einfahren müssen. Hauptsache, sie geben im
Training und vor allem auf dem Platz alles für Schalke!
Wie 70.000 dieses
Stadion einmal gefüllt haben wollen – das scheint heute unvorstellbar und doch
wieder leicht, blickt man von einem der Erdwälle, die inzwischen anstelle der
Kurven aufgeschüttet sind, auf die Haupttribüne. Die, unter Denkmalschutz
stehend, die Erinnerung leicht macht an eine Zeit, in der Fußball noch kein
Event, sondern Sport war und in der das Publikum weder bloß unterhalten werden
oder sich selber feiern will, sondern als Teil des Vereins auf den Rängen
teilnimmt am Spiel. Von dem 1931 aber dennoch wohl nur die wenigsten den genauen
Verlauf mitbekommen haben — es endete 1:0 für Schalke. Und, noch wichtiger: Die
Wiederzulassung der gesperrten Schalker zum Spielbetrieb ist der Startschuss für
sechs Deutsche Meisterschaften: 1934, 1935, 1937, 1939, 1940 und 1942 sowie den
Pokalgewinn 1937. Die Wiege all dieser Erfolge liegt in der Glückauf-Kampfbahn —
dass Schalke seine Erfolge ausgerechnet zur Zeit des Dritten Reiches holt, hat
nach bisherigem Kenntnisstand nichts damit zu tun, dass die Nationalsozialisten
zugunsten des „Arbeitervereins" manipuliert haben. Allerdings versuchen die
Machthaber durch diverse Ehrungen, sich im Ruhme der erfolgreichen Kicker zu
sonnen — und einzelne Spieler wiederum wussten durchaus auch von den guten
Kontakten zu den braunen Machthabern zu profitieren ...
Wer heute in der Glückauf-Kampfbahn steht, wundert sich, dass hier nicht
deutlicher der wechselhaften Zeiten gedacht wird, in denen der Mythos Schalke
geboren wurde. Denn nur noch einmal, 1958, wird der Verein mit der Meisterschaft
an seine ruhmreiche Vergangenheit als bester Fußballverein Deutschlands
anknüpfen können - ebenfalls in der Glückauf-Kampfbahn, die der Verein 1973
verlässt. Das Stadion verfällt und wird unter städtischer Regie erst in den
achtziger Jahren wieder bespielbar hergerichtet. Heute kicken die Amateure des
Vereins und der katholische Verein DJK Teutonia Schalke auf dem meisterlichen
Geläuf.
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