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Galopprennsport in NRW

 

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Es gibt Dinge, die wundern selbst die Fachleute in den klassischen Galopprennsport-Nationen Frankreich und England. Diese Leute sind extrem verwöhnt. Doch wenn deutsche Gäste davon berichten, man könne im Bundesland Nordrhein-Westfalen aus der Landeshauptstadt Düsseldorf insgesamt neun Rennbahnen innerhalb von nur einer Stunde problemlos erreichen, staunen selbst die Engländer und Franzosen.

Der landschaftlich so prächtig gelegene Grafenberg mit dem international begehrten Deutschen Stuten-Derby um den Henkel Preis der Diana als Jahreshöhepunkt liegt nur 15 Minuten vom Düsseldorfer Hauptbahnhof. Und innerhalb von einer Stunde oder sogar weniger erreicht man den Weidenpescher Park in Köln, die Stadtwald-Rennbahn in Krefeld, den Raffelberg in Mülheim an der Ruhr in unmittelbarer Nähe des Autobahnkreuzes Duisburg-Kaiserberg und die beiden Allwetter-Bahnen in Dortmund-Wambel und Neuss, wo ab November bis März an jedem Wochenende auf den witterungsunabhängigen Sandgeläufen um Sieg und Platz galoppiert wird. Die Trabrennbahnen am Bärenkamp in Dinslaken, an der Niersbrücke in Mönchengladbach und am Nienhauser Busch in Gelsenkirchen sind ohnehin ganzjährig im Einsatz.

Dietrich von Mutius, aus Krefeld stammend, ist einer der beiden WinRace-Geschäftsfuhrer: "Der Trabrennsport in NRW hat den internationalen Anschluss an große Traber-Nationen wie Frankreich und Schweden wiedergefunden. Das zeigte auch die Teilnahme ausländischer Pferde beim ELE-Großer Preis von Deutschland in Gelsenkirchen."

Heinz Wewering ist mit über 16.000 Siegen der erfolgreichste Trabrennfahrer der Welt, er kam in Albachten bei Münster zur Welt und die Mehrzahl seiner Erfolge wurde auf den Bahnen in Nordrhein- Westfalen erreicht.

Das größte Stallgelände auf einer deutschen Rennbahn befindet sich in Köln-Weidenpesch mit ca. 400 Rennpferden, dabei sind viele der  Besten des Landes aus der Zucht der edlen Rasse Vollblut. Aus Düsseldorf kommt der früher auf dem Stuhl eines Tennis-Schiedsrichters agierende Verbandspräsident und Henkel-Ehrenaufsichtsrats-Vorsitzende Albrecht Woeste, der sich vorgenommen hat: "Wir wollen dem Galopprennsport seinen alten Glanz wieder zurückgeben."

Alle diese Fakten sind Mosaiksteine für die Tatsache, dass Nordrhein-Westfalen DAS Pferdeland in Deutschland ist. Weltweite Popularität genießt Hans-Günter Winkler aus Warendorf. Der fünffache Olympiasieger und Reiter der legendären Stute Halla ist 1926 als Sohn eines Reitlehrers in Barmen geboren, seit 1929 ein Ortsteil von Wuppertal.

In Winklers Wohnort Warendorf, der Stadt des Pferdes schlechthin, bestimmen das Landgestüt und die Deutsche Reiterliche Vereinigung (Federation Equestre Nationale) als schlagkräftige Organisation das Geschehen dieses extrem pferdebezogenen Ortes.

Neben einer Vielzahl kleiner Turniere gehören das CHIO auf dem großräumigen Gelände in der Aachener Soers, im Sauerland das Balve Optimum am Schloss Wocklum und das traditionsreiche Turnier in den Dortmunder Westfalenhallen zu den Höhepunkten des Spring-, Dressur- und Fahrsports.

Sportlich organisiert sind die Reiter in 1200 Vereinen mit fast 200.000 Mitgliedern. So war es im Grunde logisch, dass Wolf Kröber im Jahre 1972 die bis heute alle zwei Jahre stattfindende Pferde-Weltmesse Equitana mit zuletzt ca. 250.000 Besuchern in den Essener Gruga-Hallen gründete, mittlerweile gibt es eine Open Air-Version auf der Neusser Galopprennbahn. Nicht weit davon entfernt ist Nadia Zülow aufgewachsen. Für den RSV Grimlinghausen ist sie mit allein drei Weltmeisterschaften die erfolgreichste Voltigiererin aller Zeiten. Es lockten sogar Auftritte im weltbekannten Cirque du Soleil. Heute ist die junge Mutter einer Tochter mit dem aus Borken im Westmünsterland stammenden Weltklasse-Springreiter Marcus Ehning verheiratet.

Auch der für die Pferde in Nordrhein-Westfalen zuständige Minister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) aus Siegen mag das Reiten und die Pferde: "Ein Pferd ist unser Wappentier. Pferde haben eine hohe Bedeutung für viele Bereiche in unserem Land. Der Reit- und auch der Rennsport sind zudem ein absolut wichtiger Wirtschaftsfaktor."


 

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