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Wer in Ostfriesland die
schönste Zeit des Jahres verbringt, der wird hier und dort mit Begriffen
"konfrontiert", die er nicht so richtig zu deuten weiß. Deshalb hier ein
Überblick über die gebräuchlichsten und sicherlich auch witzigsten
Formulierungen. |
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Auerk |
Die plattdeutsche Schreibweise für Aurich. Die inoffizielle
Hauptstadt Ostfrieslands darf seit 2004 zweisprachige Ortsschilder aufstellen. |
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Afmeiern |
Wer in einer Unterhaltung den Mund zu weit aufmacht,
riskiert, afgemeiert (ausgezählt) zu werden. |
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Bohntjesopp |
In Ostfriesland gibt es dieses alkoholische Getränk
anlässlich der Geburt eines Kindes. Bekannt ist das Gebräu aus Branntwein,
Kluntje und Rosinen auch als „Kinnertön“. |
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Bosseln |
Ist eine typisch ostfriesische Sportart – zwei Mannschaften
versuchen, eine Holz-, Eisen- und Gummikugel so weit wie möglich auf der Straße
zu rollen. |
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Boom |
Das sind die Dinger die vom Nordwest gedrückt, entlang der
Straße stehen – die Bäume. |
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Buerndeen |
Bauerstochter |
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Critzum |
Liegt im Rheiderland und ist ein kreisrundes Warftdorf.
Gegründet wurde es etwa um Christi Geburt. |
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Cirksena |
Der Name einer ostfriesischen Adelsfamilie, die aus einem
Greetsieler Häuptlingsgeschlecht hervorging. |
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Diek |
(Deich) Ein künstlich aufgeschütteter Damm, der
längs der Nordsee verläuft und das Meer fernhält. |
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Dag |
Der beginnt in Ostfriesland morgens bei Sonnenaufgang und
endet bei Sonnenuntergang (Tag). |
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driewen |
Kann man morgens und abends beobachten, wenn die Bauern ihre
Kühe driewen (treiben – und zwar zur Weide und zurück). |
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Disch |
Platz nehmen und genießen, was darauf serviert wird (Tisch). |
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Dingsdag, Dönnerdag |
Wochentage Dienstag und Donnerstag. |
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Eeten |
Das ist das, was auf den "Disch" serviert wird. |
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Elfürtje |
Morgens um elf (nicht hab zehn) in Ostfriesland. Zwar sind
Schokoriegel auch in Ostfriesland bekannt, gehören aber nicht zur
allmorgendlichen Pause mit Tee oder Kaffee. Bei dem ein oder anderen gibt es als
"Elfürtje" auch mal einen Schnaps. |
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Fehn |
Der Begriff stammt aus dem Niederländischen und bedeutet
Moor. In vielen ostfriesischen ehemaligen Moorkolonien findet man ihn heute noch
in den Ortsnamen (Beispiel: Großefehn, Rhauderfehn). |
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Friesenroute |
Die Friesenroute führt über 290 Kilometer gut ausgebauter
Fahrradwege durch auswechslungsreiche Geest-, Marsch- und Moorlandschaften
vorbei an Kirchen, Schlössern und Burgen und den für Ostfriesland typischen
Windmühlen.
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freeten |
Zuviel davon gibt nur Bauchschmerzen (fressen). |
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Freidag |
Das Ende der Arbeitswoche (Freitag). |
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Granat |
Wird auch Nordseekrabbe genannt. |
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Gulfhof |
Auch als Ostfriesenhaus bekannt. Eine Bauernhausform, die 16.
und 17. Jahrhundert in Norddeutschland aufkam. |
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Gallimarkt |
Das größte Volksfest Ostfrieslands findet in Leer statt. |
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glöven |
Das tun auch die Menschen in Ostfriesland – glauben
(vorrangig evangelisch-lutherisch und evangelisch-reformiert). |
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griepen |
Sollte man nicht nach einer fremden Frau – gibt nur Ärger,
greift er nach etwas, was nicht zu ihm gehört. |
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Holl di munter |
Bleib gesund. Eine beliebte Abschiedsform im Plattdeutschen. |
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Hochmoorsee |
Das Ewige Meer zwischen Aurich und Westerholt ist der größte
Hochmoorsee in Deutschland. |
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Höörn |
Platz nehmen und es sich gemütlich machen im ostfriesischen
Lehnstuhl. |
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Huus |
Hat vier Ecken und ein Dach darauf. |
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Imm |
Vor allem zur Rapszeit ist Vorsicht geboten – vor den Bienen. |
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Ik(e) |
Ich |
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Jier |
Jauche |
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Jümme |
Fluss in Ostfriesland |
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Klönen |
Wer klönt, der plaudert behaglich – verweilt bei einem
Klönschnack. |
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Klootschießen |
Eine vor allem an der Küste bekannte Sportart. Es ist eine
relativ schwierige Wurfart, die Schnelligkeit, Kraft und Konzentration
voraussetzt. |
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Kluntjes |
Große Würfelkandis, die zur ostfriesischen Teezeremonie
dazugehören. |
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Kalf |
Kalb |
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Kökenschapp |
Küchenschrank |
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Lai |
Faul auf der Haut liegen |
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Liek |
Sind die Gräben in Ostfriesland |
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Matjes |
Milde Salzheringe, die durch Enzyme in einer Salslake gereift
sind |
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Mojn |
Grußformel, die man zu jeder Tageszeit verwenden kann. |
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Mondag |
Montag |
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Middeweek |
Mittwoch |
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Muul |
Maul |
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Oss |
Ochse |
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Oog |
Kommt in einigen Namen der Ostfriesischen Inseln vor – das
Auge. |
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Paaskefür |
Osterfeuer |
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Pundswies |
pfundweise |
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Pleseer |
Spaß |
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Priel |
Natürlicher Wasserlauf im Watt und in der Marsch. |
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Speckendicken |
Eine Art Eierkuchen, der traditionell zu Silvester gegessen wird. |
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Sch(k)andaarms |
Polizist |
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schrieven |
schreiben |
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tellen |
zählen |
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torm |
Turm |
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twars dörloopen |
querfeldein laufen |
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Upstalsboom |
Eine mittelalterliche Thingstätte bei Rahe südwestlich von Aurich. |
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verswinnen |
verschwinden |
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Warften |
Eine Warft ist eine künstlich aus der Erde aufgeschütteter,
meist kreisrunder Besiedlungshügel zum Schutz vor Sturmfluten. |
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Weenher gifft Eeten |
Wann gibt es Essen |
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Wovööl köst dat? |
Wieviel kostet das? |
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