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St. Marien zu Anklam

 

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St. Marien zu Anklam

1296 wird die Anklamer Marienkirche erstmalig urkundlich erwähnt. Ein erster Kirchenbau wurde spätestens in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet. Von diesem Bau sind Teile einer geplanten Doppelturmanlage und eines rechteckigen Chorraumes erhalten. Besonders sehenswert ist das alte Außenportal dieses frühen Baus, das heute im Inneren der Kirche liegt. 12 mittelalterliche Köpfe symbolisieren die Apostel und sehen auf den Besucher hinab. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche um die Seitenschiffe erweitert und erhielt somit ihre heute sichtbare Gestalt.

Die Malereien des Kirchenschiffs

Das Langhaus vom Ende des 14. Jahrhunderts wird von Achteckpfeilern begrenzt, die ihre ursprüngliche Bemalung tragen. Bei der Restaurierung 1936/37 wurden die aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts stammenden Malereien freigelegt. Sie sind in hoher Qualität ausgeführt und außergewöhnlich gut in ihrer originalen Farbfassung erhalten.

Vor vielen Pfeilern standen Altäre. Die figürlichen Malereien an den Pfeilern bezogen sich auf diese Nebenaltäre. Die Malerei wurde zum Altaraufsatz.

Auf dem 3. Pfeiler der Südreihe (von Westen gesehen) sind die Verkündigung an Maria, die Kreuzigung Jesu sowie Apostel und Heilige dargestellt. Am 6. Pfeiler der Nordreihe ist der Apostel Paulus zu erkennen, am 7. Pfeiler neben der Kanzel Maria.

Der TaufsteinMarienkirche Anklam

Der frühgotische Taufstein aus Kalkstein (um 1330) ist das älteste Ausstattungsstück der Kirche. Er wird bis heute bei Taufen genutzt.

Der Hauptaltar

Der Hauptaltar wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit vier Tafelbildern, die vom Hochaltar der zerstörten Nikolaikirche stammen und einem spätgotischen Kruzifix gestaltet. Die Bilder aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts zeigen Szenen aus dem Leben der Maria (Maria und Joseph werden getraut, Geburt Jesu, Darstellung im Tempel, Tod der Maria).

Während des Zweiten Weltkriegs waren wichtige Teile der wertvollen Ausstattung in das Schloss Schwerinsburg ausgelagert worden. Sie wurden dort beim Brand des Schlosses 1945 vernichtet. Lediglich das Hauptbild des Hochaltars, die Marienfigur, konnte gerettet werden. Sie steht seit 1957 in der Marienkapelle.

Das Chorgestühl

Das holzgeschnitzte Chorgestühl aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt ebenfalls aus der Nikolaikirche. Auf der linken Seite ist eine sehr seltene Darstellung des pommerschen Greifen (halb Löwe halb Adler) zu sehen.

Die Orgel

Die Schuke-Orgel von 1961 hat 2214 Pfeifen, 30 Register, 2 Manuale und Pedal. Sie erklingt regelmäßig zu den Gottesdiensten und zu Konzerten, u. a. bei der bekannten, alljährlich stattfindenden Sommermusikreihe.

Die Seitenkapellen

Die Kapellen im südlichen Seitenschiff waren im 15. Jahrhundert für Nebenaltäre gebaut worden. Im 18. Jahrhundert bestatteten hier wohlhabende Familien Anklams ihre Angehörigen. Die Holzwände sind mit Allegorien und biblischen Geschichten (Geschichte vom barmherzigen Samariter) bemalt.

Die Marienkapelle

An Stelle des ursprünglich vorgesehenen zweiten Turmes wurde im 15. Jahrhundert die Marienkapelle angebaut. Die holzgeschnitzte Figur der Maria mit dem Kind vom Ende des 15. Jahrhunderts ist in der Nordwestecke zu sehen. Sie ist die einzige erhaltene Hauptfigur des ursprünglichen Hochaltars der Kirche. In den Wintermonaten finden hier die Gottesdienste der Gemeinde statt.

Der Turm

Der Kirchturm ist 64 m hoch. Sein jetziges Aussehen erhielt er 1947, nachdem 1943 der fast 100m hohe Turmhelm von 1887 durch einen Luftangriff zerstört wurde. Im Turm hängen drei Glocken. Eine davon ist die sogenannte Apostelglocke des berühmten mittelalterlichen Gießmeisters Rickert de Monkehagen von 1450. Sie ist mit wertvollen Ritz-Zeichnungen dekoriert u.a. mit einer umlaufenden Darstellung der zwölf Apostel. Bis zum Zweiten Weltkrieg hing die Apostelglocke im Turm der Nikolaikirche.

 

Mehr Infos: http://www.kirche-anklam.de


 

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