|
Es ist die Vielseitigkeit, mit
der das Meer den Menschen fasziniert. Es sind die rauen Stürme, die weichen
Wogen, das Leben im Wasser — all das füllt Bildbände, lebt als Kunstmotiv oder
ist Gegenstand wissenschaftlicher Abhandlungen.
Verzögerungen beim Bau und bei
Inbetriebnahme der aufwendigen Aquarientechnik führten dazu, dass Besucher in
den ersten Tagen nach der Eröffnung des neuen
OZEANEUM's
am Stralsunder Hafen Zeuge werden konnten, wie an einigen der Schaubecken noch
fleißig gearbeitet wurde. Inzwischen sind die Aquarienrundgänge komplett
geöffnet und der Großteil der Fische hat den Umzug aus den Quarantäne reichen in
die Schaubecken bereits hinter sich.
Auch das Herzstück der Aquarien,
das 29 Mio. Liter fassende Schwarmfischbecken, hat alle Dichtigkeitstests
bestanden, ist mit Meerwasser befüllt und wird nach Anlaufen der riesigen Filter
schrittweise mit Fischen besetzt. Die größte Herausforderung aus Sicht der
Aquaristik stellt im OZEANEUM dabei die Haltung der für das Schwarmfischbecken
vorgesehenen Heringe dar. Deshalb stand der Umzug des ca. 2.500 Tiere
umfassenden Schwarmes von Anfang an als letzter großer Schritt auf dem Zeitplan.
Bei aller Neugierde und Erwartungshaltung der Besucher steht das Wohl der Tiere
im Vordergrund;
Dazu kommt, dass Ersatz erst im
Frühjahr zur nächsten Heringssaison beschafft werden könnte. Trotzdem sollen
auch räuberische Fische in das große Becken Einzug halten. Nur so zeigen die
Heringe das natürliche Schutzverhalten 'und bilden eindrucksvolle. Schwärme, um
sich
dem Zugriff der Räuber zu
entziehen. Jeden Besucher des OZEANEUMs erwartet ein faszinierender Blick ins
Meer - aber ein Aquarium ist auch wie ein Garten, der mit jedem Jahr schöner
wird. Wiederkommen lohnt sicher!
Die Fische der nördlichen Meere
benötigen Salz. Ob Ostsee, Nordsee oder Polarmeer, jedes Aquarium hat seinen
speziellen Salzgehalt. Die Aquarientechniker geben den neuen Bewohnern des
OZEANEUMs einen gesunden Lebensraum.
Im Technikraum der
Ostseeausstellung dröhnen die Lüftungsanlagen. Jedes Geräusch hallt von den
nackten Betonmauern wider. Neben dem Liefereingang stapeln sich leere
Nylonsäcke, Pappe und Paletten. Zwei bis drei Mal in der Woche werden die 100
Kubikmeter Wasser im Tank derzeit noch aufgesalzen.
In einem Becken tummeln sich
schon junge Seesaiblinge von einem Züchter in der Nähe von Dresden. Das Aquarium
ist mit einer Alge und Findlingen nur spärlich "möbliert", damit die Tiere auch
in ausgewachsenem Zustand ausreichend Platz haben.
Für gutes Wachstum sorgt ein
detaillierter Futterplan. Aale etwa werden montags und donnerstags mit
Muschelfleisch und Fischstückchen verköstigt. Die Seespinne freut sich über
Tintenfisch. Alles jedoch wohl portioniert. Auf die Größe der Mahlzeit kommt es
an. Denn nur, was ins Maul passt, wird auch gefressen.
Im Museumsshop werden die
Besucher in die Welt des OZEANEUMs entführt. Zu jedem Ausstellungsthema gibt es
im Foyer zwischen den leuchtend orangefarbenen Wänden Geschichten über das Meer
— erzählt, geschrieben, gezeichnet, fotografiert. Für Kinder und Erwachsene. Für
Liebhaber und Forscher.
Papier aus Algen für einen Gruß,
Kosmetik aus Meeresextrakten für das Seegefühl zuhause — Stralsunder und
Besucher gleichermaßen finden im Museumsshop ein außergewöhnliches Geschenk und
Andenken an Meer und OZEANEUM. Zudem stellt die Umweltschutzorganisation
Greenpeace ihre Arbeit hier vor, bietet mit einer eigenen Kollektion Naturschutz
zum Verschenken.
Wer sich im Museumsshop umsehen
möchte, kann das während der Öffnungszeiten auch ohne Eintrittsticket fürs
OZEANEUM tun.
Das große Interesse schlug sich
vom ersten Tag an in einem enormen Andrang nieder, der dem Deutschen
Meeresmuseum bereits am 21. Juli seinen neuen Tagesbesucherrekord bescherte. An
diesem regnerischen Montag wurden insgesamt 14.512 Gäste, davon 8.464 im OZEANEUM, gezählt. Doch nicht nur an Tagen mit klassischem Museumswetter bilden
sich Schlangen vor dem Haus. Das OZEANEUM konnte bereits nach 20 Tagen seinen
100.000. Gast begrüßen. Rund ein Jahr nach der Eröffnung für den Besucherverkehr
am 12. Juli 2008 zählte man bereits den 1.000.000 Besucher des OZEANEUMs.
Beliebt bleibt auch der Besuch
des
MEERESMUSEUM's im Katharinenkloster und des NAUTINEUMs auf dem Dänholm. Für
die drei Stralsunder Standorte gibt es preisgünstige Kombikarten, die drei
Monate gültig bleiben. Kombikarteninhaber sollten erst das MEERESMUSEUM
besuchen, denn das OZEANEUM hat in den Sommermonaten bis 21 Uhr geöffnet und um
15 Uhr am Nachmittag lässt der Andrang im OZEANEUM etwas nach und auch die
neueste Attraktion der Hansestadt kann entspannt genossen werden.
|