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Ob Humboldtpinguine,
Meeresschildkröten oder Wale — das Deutsche
Meeresmuseum fasziniert und
begeistert ein Millionenpublikum, das zugleich aufgerufen ist, sich für den
Schutz der Meere einzusetzen.
Über 70 % unseres Planeten sind
von Meeren bedeckt, in denen Tiefen von bis zu 11 km gemessen werden. Die Meere
gelten als Wiege des Lebens und sie beherbergen eine unendlich anmutende
Vielfalt an Lebensformen, selbst in großen Tiefen. Bisher unbekannte Arten
werden entdeckt, aber viele Arten gehen zugleich unwiederbringlich verloren. Die
Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität
ausgerufen, um auf die Bedrohung der Artenvielfalt hinzuweisen. Das Überleben
der Menschheit selbst wird davon abhängen, ob es ihr gelingt, die Vielfalt des
Lebens zu bewahren. Nur das, was man kennt, kann man lieben lernen.
Das deutsche Meeresmuseum mit
seinem Standort in Stralsund gibt mit seinen attraktiven Aquarien mit vielen
lebenden Fischen, Pflanzen und Wirbellosen Einblick in die nördlichen und die
tropischen Meere sowie in das Mittelmeer. Mit neun Humboldtpinguinen werden auch
lebende Vögel gezeigt, denn Pinguine verbringen einen großen Teil ihres Lebens
im Meer. Die fünf männlichen und vier weiblichen Tiere sind in menschlicher
Obhut geboren und wirken auf der Dachterrasse des OZEANEUMs als Botschafter
ihrer leider ebenfalls bedrohten Art.
Die Schönheit der tropischen
Korallenbecken im MEERESMUSEUM, die Unterwasserlandschaften zwischen Ostsee und
Polarmeer und die Riesen der Meere im
OZEANEUM sind mehr als nur
Kulisse für einen verregneten Urlaubstag. Mit verständlich vermittelten
Zusammenhängen und faszinierenden Fakten erfüllt das Museum seinen Auftrag als
gemeinnützige Bildungseinrichtung. Die modernen und anschaulichen Präsentationen
überzeugen dabei auch die Fachwelt. So wurde der jüngste Spross der
Museumsfamilie, das OZEANEUM, als "Europas Museum des Jahres 2010"
ausgezeichnet.
Auf Schwingen durch den Ozean
Im 2,6 Millionen Liter fassenden
Schwarmfischbecken zeigt das OZEANEUM Kuh- und Adlerrochen. Rochen sind im
Grunde genommen einfach platte Haie, die sich stark an das Leben auf dem Boden
angepasst haben. Meist fällt die Unterscheidung einfach, doch in schwierigen
Fällen, wie bei den äußerlich sehr ähnlichen Sägehaien und Sägerochen, hilft die
Lage der Kiemenspalten weiter. Bei Haien sind diese immer auf der Körperseite,
bei Rochen jedoch immer auf der Körperunterseite. Während alle Haie mit ihrer
Schwanzflosse als Hauptantrieb schwimmen, bewegen sich Rochen meist mit Hilfe
ihrer stark vergrößerten Brustflossen fort. Bei vielen Rochenarten geschieht
dies mit Hilfe wellenförmiger Bewegungen, wenn sich das Tier langsam fortbewegen
möchte. Muss es jedoch schneller gehen, werden die Flossen wie Flügel
eingesetzt, um größere Geschwindigkeiten zu erzielen. Im Kattegat-Becken und im
Kindermeer des OZEANEUMs lässt sich all dies am Nagelrochen beobachten, der alle
Merkmale eines typischen Rochens zeigt. Der Nagelrochen ist die häufigste
heimische Rochenart, der nicht selten in der Nordsee anzutreffen ist und
gelegentlich sogar in der westlichen Ostsee vorkommt. Weitere Rochenarten kann
man im Schwarmfischbecken des OZEANEUMs bestaunen. Die Stachelrochen besitzen
einen namensgebenden Stachel an ihrem Schwanzansatz. Bei Gefahr schlagen die
Tiere wild mit ihrem Schwanz herum und können so einen möglichen Angreifer stark
verletzen. Die Stacheln sind spitz und gezähnt wie eine Säge. Darüber hinaus
befindet sich ein gifthaltiges Drüsengewebe über dem Stachel. Sticht der Rochen
zu, wird dieses Gewebe aufgerissen und das Gift dringt in die geschlagene Wunde
ein. Dieser Mechanismus wird ausschließlich zur Verteidigung eingesetzt. Zwei
ähnliche Arten von Stechrochen können bewundert werden: die gemeinen Stechrochen
halten sich meist am Boden auf und haben einen weißen Bauch; die pelagischen
Stechrochen schwimmen hingegen im Becken umher und zeichnen sich durch eine
dunkle Bauchseite aus.
Die Stars im Schwarmfischbecken
sind jedoch die Adlerrochen. Vogelgleich gleiten sie mit ruhigen Flossenschlägen
dahin. Im Gegensatz zu anderen Rochenarten haben sie die bodennahe Lebensweise
fast gänzlich aufgegeben. Nur zum Fressen begeben sie sich auf den Boden und
suchen mit ihren vergrößerten Schnauzen im Boden nach Muscheln und Krebsen. Ihre
Zähne sind zu großen Platten verschmolzen, mit denen sie nussknackergleich die
Schalen ihrer Beute zermahlen. Auch von den Adlerrochen sind zwei verschiedene
Arten im Becken anzutreffen: der gemeine Adlerrochen, der eine einheitlich
braune Färbung aufweist, sowie der Kuhrochen, dessen Oberseite mit bläulichen
Querbändern gezeichnet ist. Letztere haben eine besonders große Schnauze und
werden darum auch zuweilen als Entenschnabelrochen bezeichnet. Wie die
Stechrochen besitzen auch beide Adlerrochenarten Giftstachel, mit denen sie
Angreifern empfindliche und stark schmerzende Wunden zufügen können. Sie sind
jedoch absolut friedlich, so dass sich Taucher ohne Bedenken im Becken bewegen
können.
Deutschlands größtes Schildkrötenaquarium
Im Stralsunder MEERESMUSEUM
dreht sich hinter Klostermauern alles um die tropischen Meere. Absolutes
Highlight ist das Schildkrötenbecken mit seinen fünf Bewohnern, die längst zu
Publikumslieblingen avanciert sind.
Seit 2004 bewohnen vier
Schildkrötendamen und ein Männchen im Stralsunder MEERESMUSEUM ihr
350.000-Liter-Aquarium, das gleichzeitig Deutschlands größtes Schildkrötenbecken
ist. Hin und wieder bekommen die Reptilien Besuch von Tauchern, insbesondere
dann, wenn das drei Meter mal acht Meter große „Schaufenster" von innen geputzt
werden muss. Etwa alle 14 Tage muss für „klare Verhältnisse" gesorgt werden.
Dann werden die Forschungstaucher schon mal neugierig mit dem Maul angestupst –
auf der Suche nach einem "Spielgefährten" oder einer Leckerei. Die gepanzerten
Meeresbewohner bevorzugen auf ihrem Speiseplan Salat, Fisch und Kalmar. Jeweils
Montag, Mittwoch und Freitag gegen 13:15 Uhr ist Fütterungszeit, die bei den
Museumsbesuchern sehr beliebt ist, um die Tiere noch besser sehen zu können.
Manchmal ist es gar nicht so einfach, die Meeresschildkröten zu entdecken, z. B.
wenn die Tiere am Beckengrund dösen und auch deshalb, weil das Aquarium über
zwei Etagen reicht. So kann man jedoch aus verschiedenen Perspektiven die
Meerestiere beobachten.
Mit etwas Glück taucht an der
Wasseroberfläche im Obergeschoss eine der Schildkröten zum Luft holen auf – oder
eine Haiflosse. Zu den Mitbewohnern der Meeresschildkröten gehören nämlich
Schwarzspitzenriffhaie, weitere Publikumslieblinge der Museumsbesucher.
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