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Der Goldschmuck von Hiddensee

 

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Der größte wikingische Goldschatz Deutschlands ist im Kulturhistorischen Museum der Hansestadt Stralsund zu sehen. Das Kulturhistorische Museum der Hansestadt Stralsund besitzt in seinen Sammlungen einen wikingischen Goldschmuck, der zu den bedeutendsten im Ostseeraum gehört. Dieser wertvolle Goldschatz, der nach seinem Fundort auf der kleinen Ostseeinsel Hiddensee westlich von Rügen benannt und nach einem verheerenden Sturmhochwasser im Jahr 1872 in mehreren Etappen geborgen wurde, stammt aus dem 10. Jahrhundert. Er umfasst insgesamt 16 Schmuckteile, einen geflochtenen Halsreif, eine Scheibenfibel, sechs große und vier kleinere kreuzförmige Hängestücke und vier Zwischenglieder mit einem Gesamtgewicht von 596 Gramm Feingold.

Unter den wikingischen Edelmetallfunden ist er der wertvollste und prachtvollste. Die Verarbeitung einer solchen Menge Goldes mit dieser Präzision der Granulationstechnik kann nur im Umfeld eines fürstlichen Zentrums erfolgt sein. Vermutet wird, dass dieser Schmuck mit dem dänischen Wikingerkönig Harald Blauzahn im Zusammenhang steht, da er nach seiner Taufe am ottonischen Hof ca. 965 n. Chr. in Dänemark das Christentum einführte.

Die Gestaltung der Schmuckteile spiegelt symbolhaft den Übergang von heidnischen Vorstellungen zum christlichen Kult wider und ist Zeugnis für die hohe Kunstfertigkeit der wikingischen Goldschmiede jener Zeit.

Doch die Politik Harald Blauzahns war keineswegs unumstritten, sein eigener Sohn Svend Gabelbart erhob Anspruch auf den Thron und zwang den Wikingerkönig zur Flucht. Quer über die Ostsee jagte Svend Gabelbart seinen Vater bis er sich zum Kampf stellte, verwundet wurde und kurz darauf verstarb. Vor der Schlacht soll Harald Blauzahn auf Hiddensee, das ihm schon von früheren Kriegszügen her als Stützpunkt vertraut war, Zuflucht gesucht haben. In Ahnung seines nahen Todes mag er, der Wikinger, der neuen christlichen Lehre misstraut haben, als dass er sich mittellos in das ewige Leben begeben hätte. Infolgedessen könnte er seine Kostbarkeiten vor dem entscheidenden Kampf mit seinem Sohn nach altem Brauch seines Volkes auf der Insel vergraben haben.

Sicher haben auch diese Umstände zur geheimnisvollen Aura beigetragen, die den Schatz nach wie vor umgibt, jedoch zählt er unumstritten zu den größten bekannten Edelmetallschatzfunden der Wikingerzeit. Deshalb ist er als Glanzpunkt internationaler Ausstellungen wiederholt bewundert worden, vermittelt Gedankengut, Schönheit und Kunstfertigkeit vergangener Zeiten und weckt so das Bewusstsein für das reiche Kulturerbe Mecklenburg-Vorpommerns.

Besucher finden in der ständigen Ausstellung eine perfekt gearbeitete Kopie. Das Original des Hiddenseer Goldschmuckes wird zu besonderen Anlässen aus dem Tresor geholt.


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