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Die Erholung im Schwarzwald wurde in den letzten Jahren immer beliebter. An
schönen Wochenenden strömen die Menschen zu Tausenden aus den Städten in die
großen Waldgebiete Baden-Württembergs, um hier beim Wandern, bei der
Naturbeobachtung, bei Sport und Spiel Entspannung zu finden. Viele
Forstverwaltungen im Schwarzwald haben Waldlehrpfade, Spielplätze und
öffentliche Feuerstellen errichtet, die vor allem an Wochenenden die Menschen
in Scharen anziehen.
Was macht den Schwarzwald so anziehend für die Erholung? Wir leben in einer
verstädterten Umwelt, die geprägt ist von einem hohen Technisierungsgrad,
Arbeitsteilung und Spezialisierung, Zeitdruck, Leistungsstreben und Naturferne.
Bewegungsarmut, einseitige körperliche Belastung und Stress mit all den
bekannten körperlichen und seelischen Gesundheitsschäden sind die Folge.
Viele von uns haben inzwischen erkannt, dass die Mehrung des materiellen
Wohlstandes allein nicht befriedigen kann, zumal er nicht selten mit der
Zerstörung der Umwelt erkauft wurde. Sie sehnen sich nach der ursprünglichen,
von der technischen Zivilisation unberührten Natur. Die Wälder können diese
Bedürfnisse noch erfüllen. Sie sind die letzten großflächigen Freiräume, in
denen wir uns stundenlang frei und ungezwungen bewegen können - im Gegensatz zu
unserem genauestens 'geregelten' Alltagsleben. Sie lassen uns kühle staubfreie
Luft atmen. Sie entspannen unsere Nerven durch ihre natürlichen Formen und
Farben und die so oft besungene 'Waldesruh', die nur vom Rauschen der Bäume und
dem Singen der Vögel unterbrochen wird. Sie bieten uns Gelegenheit zur
sportlichen Betätigung und helfen somit Fettleibigkeit sowie Herz- und
Kreislauferkrankungen zu verhindern und zu heilen. Und sie öffnen uns
schließlich die Augen für die Schönheit und Vielfalt einer weitgehend
ungestörten Tier und Pflanzenwelt.
Zur Steigerung des Erholungswertes ergänzen die Forstverwaltungen von
Baden-Württemberg die natürliche Ausstattung der Wälder mit
Erholungseinrichtungen, die den unterschiedlichen Freizeitbedürfnissen der
Erholungssuchenden Rechnung tragen: Für den Spaziergänger und Wanderer wurden z.
B. markierte Wanderwege und von Wanderparkplätzen ausgehende Rundwanderwege mit
Ruhebänken und Schutzhütten geschaffen, der Sportler kann sich auf
Waldsportpfaden und Skilanglaufloipen trimmen, Kinder können auf den
Waldkinderspielplätzen herumtollen und der Wissensdurstige hat Gelegenheit, sich
auf Waldlehrpfaden zu informieren.
Es darf nicht verschwiegen werden, dass der
ständig zunehmende Erholungsverkehr auch gewisse Probleme und Gefahren mit sich
bringt. Besonders nach schönen Wochenenden mit starkem Erholungsverkehr wachsen
die herumliegenden Abfälle vielfach zu Bergen an. Häufig ermöglichen nur die
vielen freiwilligen Helfer - vor allem Schulklassen - bei sog. 'Waldputzeten' eine
befriedigende Sauberhaltung der Wälder. Essensabfälle sollten daher nur in die
aufgestellten Papierkörbe geworfen oder, wenn solche nicht vorhanden sind,
wieder mit nach Hause genommen werden.
Besorgniserregend ist auch die zunehmende Zahl der
'wilden Feuerstellen'.
Welche Gefahr mit dem wilden Feuermachen verbunden ist, können wir ermessen,
wenn wir uns an die schrecklichen Waldbrände erinnern, die 1976 in Niedersachsen
viele Tausend Hektar Wald vernichtet haben. Deshalb stellen die
Forstverwaltungen Grillhütten auf oder richten feste Feuerstellen ein, wo die
Wurst ohne Gefahr für den Wald gebraten werden kann.
Machen wir uns klar, dass unsere Wälder noch ein Stück gesunder Umwelt sind
und verhalten wir uns daher so, dass sie ihre vielfältigen
Aufgaben auch in Zukunft uneingeschränkt wahrnehmen können.
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