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Das Schalkskreuz von Frejlev

 

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Im Dorf Frejlev bei Nysted auf Lolland steht ein hohes, weiß gestrichenes Holzkreuz, errichtet als Buße für ein Verbrechen, das mit einem Urteil ohne Beispiel bestraft wurde. Königin Margrethe I. belohnte im 15. Jahrhundert die Bewohner Frejlevs für tapferes Verhalten, indem sie ihnen einen ganzen Wald an der Küste schenkte.

Doch 1533 gab es lokale Streitigkeiten: Der königliche Lehnsmann auf Burg Aalholm nämlich forderte durch seinen Vogt einen Teil des Waldes. Die Frejlever Bauern aber pochten auf ihr Recht und töteten den Vogt, indem sie ihm auf einem großen Stein am Rande des Waldes das Rückgrat brachen. Heute noch nennt man deshalb diesen Stein den "Rückgratbrecherstein".

Die Bauern kamen vor Gericht und mussten damit rechnen, am Galgen zu enden. Der König jedoch ließ erklären, er würde Gnade walten lassen, wenn die Bauern zwölf Paar schneeweiße Ochsen mit roten Ohren herbeischafften. Den Bauern gelang es aber trotz allem Suchen nur, elf Paar aufzutreiben.

Da kam eine schlaue Frau, die schwarze Ellen, auf die Idee, die Ohren von zwei weißen Ochsen rot anzumalen; nur regnete es unglücklicherweise, als die vierundzwanzig Ochsen abgeliefert wurden. Von vier roten Ochsenohren rann die Farbe herab.

Dänischer Sinn für Humor war sicherlich mit im Spiel, als der König die Frejlever Bauern ein zweites Mal begnadigte und ihnen auferlegte, dort wo der Vogt tot aufgefunden worden war, ein hohes weißes Kreuz zu errichten. Im Laufe der Jahrhunderte ist dieses Schalkskreuz (Skalkekorset) schon einige Male erneuert worden.


 

 

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