|
Das Bad im Toten Meer muss man erlebt haben, dessen sind sich
die Gäste am Toten Meer einig. Schwerelos schwebt der Körper auf dem Wasser,
schwimmen ist kaum möglich. Durch den starken Auftrieb wird der Körper aus dem
Konzept gebracht und man hat Mühe, das Gleichgewicht zu finden. Das Wasser des
Toten Meers hat Wannentemperatur und wirkt etwas ölig. Man dümpelt wie ein
Korken in der lauen Lache. Vorsicht ist geboten, wenn man das Meerwasser in die
Augen bekommt. Daher werden oft Süßwasserduschen aufgestellt, um das Salzwasser
abzuspülen.
Hier, 420 Meter unter dem Meeresspiegel, ist der
Sauerstoffgehalt der Luft um gut fünf Prozent höher als in unseren Breiten. Man
atmet ausschließlich die mineralhaltige Luft der Region ein, die sich beruhigend
auf den Organismus auswirkt. Die Luft ist trocken und frei von Pollen und
Schmutz. Beste Bedingungen also für Allergiker, die hier zu jeder Jahreszeit
einen beschwerdefreien Urlaub verbringen können.
Die vielerorts gefürchtete Sonne zeigt sich am Toten Meer von
ihrer besten Seite. Die gefährlichen UVA-Strahlen sind aufgrund der tiefen Lage
und der Mineralien in der Luft weitgehend ausgefiltert. So kann man sich sehr
viel länger in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Das tut
nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut.
Der Mineralgehalt des Wassers ist mit bis zu 33% zehnmal so
hoch wie im Mittelmeer. Nur der
Assalsee in Ostafrika mit 35 % und der
Kara-Bogas-Gol in
Turkmenistan mit knapp 34 % sind noch
salzhaltiger. Da spart man sich teure Peelingmittel. Die Haut fühlt sich nach
dem Bad an wie Babyhaut. „Open-Air-Rasul” nennt sie diese Anwendung, die hier
keinen Cent extra kostet.
Aber nicht nur Erholungssuchende kommen ans Tote Meer.
Aktuelle Studien des Deutschen Medizinischen Zentrums belegen auch die
Heilerfolge von Klimatherapien am Toten Meer. Insbesondere Patienten mit
Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Psoriasis, Ekzemen, Lichen
Planus und Vitiligo, aber auch Allergiker und Patienten mit Gelenkschmerzen
profitieren langfristig von einem Aufenthalt im tiefstgelegenen Kurzentrum der
Welt. Die Wissenschaftler vermuten, dass die heilende Wirkung des Toten Meeres
auf die vorhandenen Magnesium-, Kalium- und Bromid-Verbindungen zurückzuführen
ist. Außerdem gibt es eine Sorte von Hautkrebs, dessen Streuung durch die
klimatischen Bedingungen am Toten Meer unterdrückt wird. Ferner finden auch
Asthma- und Lungenkranke Linderung in der trockenen, pollenarmen Luft, und
neuere Studien haben ergeben, dass die Uveitis, eine Augenentzündung, die zur
Erblindung führen kann, sich am Toten Meer bessert oder gar völlig ausheilt.
Neurodermitiker erleben in den ersten Tagen manchmal eine Verschlimmerung ihrer
Hauterscheinungen. Danach kommt es dann allerdings meist zu erstaunlichen
Verbesserungen der Symptome.
Bei Hauterkrankungen jeder Art sind insbesondere Sonnenbäder
wichtig. In medizinischen Zentren, in denen seit Jahren die durchschnittliche
Sonneneinstrahlung gemessen wird, werden genaue Behandlungspläne erstellt. Es
wird exakt ermittelt, wie lange und zu welcher Tageszeit der Patient in der
Sonne liegen sollte. In abgegrenzten Bereichen ist auch FKK-Sonnen-Baden
möglich.
In besonders schweren Fällen übernehmen deutsche
Krankenkassen einen Teil der Kosten. Durch die hohe Chance eines langfristigen
Heilungs- bzw. Linderungserfolgs liegen die Kosten für eine Behandlung am Toten
Meer oftmals unter denen einer vergleichbaren Maßnahme in Deutschland. Im
Gegensatz zu Behandlungen in Kliniken, die das Klima des Toten Meers künstlich
erstellen, wirkt sich die entspannte Atmosphäre während der Klimatherapie am
Toten Meer positiv auf die Psyche und somit auf den Heilungsprozess der
Patienten aus. Die meisten Patienten kommen mit einer deutlichen Abheilung ihrer
Hautkrankheit zurück.
Patienten mit Herzkrankheiten, Bluthochdruck sowie ältere
Menschen und schwangere Frauen sollten auf keinen Fall im Sommer ans Tote Meer
fahren, da die Hitze dort unglaublich stark ist.
|