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Israelische Frauen gelten als gleichberechtigt und emanzipiert. Fast alle Frauen
in Israel leisten zwei Jahre Militärdienst - Bilder von tatkräftigen
Pionierinnen aus der vorstaatlichen Zeit in Palästina, von Soldatinnen der
israelischen Armee und Politikerinnen wie der legendären Golda Meir (israelische
Ministerpräsidentin von 1969-1974) kommen in den Sinn. Israel ist das einzige
Land der freien Welt, in dem die allgemeine Wehrpflicht für Frauen und für
Männer besteht. Orthodoxe Frauen können sich vom Wehrdienst befreien lassen. Sie
dienen stattdessen bei technischen und administrativen Unterstützungsposten
sowie bei der Landwirtschaft in Grenzsiedlungen.
Wird nicht die israelische Friedensbewegung vor allem von Frauen getragen? Sind
israelische Frauen nur gut genug für den Dienst an der Waffe? Von
Gleichberechtigung kann in Israel aber absolut keine Rede sein.
Die Pioniersfrauen der ersten Einwanderungswellen wurden in traditionelle
Geschlechterrollen verwiesen: Sie betreuten Haushalt, Kinder und Männer. In den
Untergrundbewegungen bildete man sie zwar an der Waffe aus,
Verteidigungsaufgaben durften sie aber nicht übernehmen. Nach der Staatsgründung
wurde 1949 die allgemeine Wehrpflicht für Männer und Frauen zum Gesetz, doch
Frauen waren von Kampfeinheiten ausgeschlossen - ein Zugeständnis an die
Religiösen. Frauen blieben Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Armee deshalb
verschlossen - und somit auch Karrierechancen in Politik und Wirtschaft.
In Israel sind Religion und Staat nicht getrennt: So unterliegt das
Familienstands- und Scheidungsrecht ganz der Halacha, der religiösen
Gesetzgebung - mit erheblichen Nachteilen für Frauen. Frauen dürfen auch nicht
Richterinnen werden, und weil es keine Verfassung gibt, können sie gegen die
Geschlechterdiskriminierung (Benachteiligung aufgrund des Geschlechts) nicht
klagen. Frauen sollen vor allem Mütter sein.
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