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Mexiko: Am Strand von Cancún

 

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Nach elfstündigem Flug, steif geworden vom langen Sitzen, sind wir froh, endlich wieder Boden unter den Füßen zu haben. Endlich am Ziel der Reise — in Mexiko. In der Flughafenhalle von Cancún täuscht die Klimaanlage noch. Doch beim Schritt ins Freie wird die erste Erwartung erfüllt. Die feuchtwarme Luft macht einem Treibhaus alle Ehre. Sie gibt das Gefühl, auf einer dicken Schaumgummischicht zu gehen — wir bekommen Schwindelgefühle.

Die erste Enttäuschung folgt auf dem Fuße, mit der Busfahrt zur Hotelzone auf der Lagune. Cancún stellt sich kaum anders dar als eine x-beliebige Bettenburg an der Mittelmeerküste oder in Florida. Protzige, mehrgeschossige Hotelburgen in Reih und Glied, breite Boulevards, riesige Supermärkte, Restaurants und Discotheken — nichts Gewachsenes und Ursprüngliches. Der Manager des Hotels Cancún Palace, hat tröstende Worte für den Enttäuschten: "Cancún ist ein internationaler Urlaubsort — aber es ist natürlich nicht Mexiko." Typische Eindrücke könne der Tourist nicht in dem vor 30 Jahren am Reißbrett geplanten Ferienareal finden. Die müsse er woanders in seinem Heimatland, das mit fast zwei Millionen Quadratkilometern Fläche das bei weitem größte Land Mittelamerikas ist, suchen und entdecken.

Im auf dem Reißbrett geplanten Cancún wird der Tourist nach dem "typischen" Mexiko vergeblich suchen. Dort kann er in den 60 Hotels mit 38.000 Betten — 80 Prozent der Herbergen haben vier oder mehr Sterne — Luxus genießen, sich am schneeweißen Sandstrand in der Sonne aalen, jeglicher Wassersportart im oder auf dem türkisfarbenen karibischen Meer frönen oder ins Nachtleben mit Discotheken der Edelklasse eintauchen. Den US-Amerikanern, die über 80 Prozent der Gäste Cancúns ausmachen und die im Durchschnitt nur fünf Tage bleiben, reicht das meist. Die zehn Prozent der Urlauber, die aus Europa kommen — vor allem die Deutschen (ein Prozent) — geben sich damit selten zufrieden. Sie wollen mehr. Vor allem Kultur. Ausflüge auf die Halbinsel Yucatán — nach Chichen Itza, Uxmal und Tulum — stehen auf ihrem Programm. Nicht wenige buchen eine mehrtägige Rundreise, die mit ein paar Strandtagen beginnt oder endet. Immer noch zu wenig, um mehr als nur Momentaufnahmen von einem faszinierenden Land mit nach Hause zu nehmen.

Es gibt noch unzählige Orte, an denen der Tourist einen Einblick in die Vielfalt Mexikos erleben kann:

  • Chacmool-Figur auf dem Kriegertempel in Chichen Itza, (größte Maya-Stätte auf Yucatán).

  • Teotihuacan, die Stadt der Götter mit sehenswerten Ruinenstädten der Azteken.

  • Das Bild der Schwarzen Madonna in der Basilika de Guadalupe.

  • Die mit Gold verzierte Rosenkranzkapelle von Santo Domingo.

  • Ausgrabungsstätte Tulum direkt am Meer.

  • Coba, eine historische Stätte mit einer hohen Pyramide.

  • An einer Kräuterbude auf einem der vielen Märkte irgendwo im Land.

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