Reise- und Urlaubsartikel

Allgemeine Reiseinformationen: Erste Hilfe im Urlaub

 

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In jeden Koffer gehört auch eine Reiseapotheke, die bei Flugreisen als Handgepäck mitgeführt werden sollte. Die Fluggesellschaften geben vor der Reise Auskunft darüber, wie Medikamente im Handgepäck mitgenommen werden dürfen. Zur Grundausstattung gehören: Verbandsmaterial, Fieberthermometer, Pinzette, Zeckenzange, Mittel gegen Durchfall und Erbrechen, Schmerzmittel, Sonnenschutz, Insektenschutz und Desinfektionsmittel.

Kakteen

Mit feinsten, fast unsichtbaren Stacheln wehren sich diese Pflanzen äußerst effektiv. Um die Stacheln wieder zu entfernen, Alleskleber oder flüssiges Wachs auf die betroffene Stelle verteilen, fest werden lassen, abziehen und diese Prozedur mehrmals wiederholen.

Quallen

Manche brennen nur kurz, andere verseuchen das Meer weiträumig mit ihren Nesselfäden, so dass die Haut schon schmerzt, bevor das Tier überhaupt zu sehen ist. Laut "Ärzte Zeitung" auf die betroffene Hautpartie sofort Essigwasser geben (auch wenn's weh tut: Das stoppt die Giftreaktion auf der Haut). An den Stränden Australiens, wo es Würfelquallen gibt, findet man sogar Literweise Lösungen in Kästen am Strand um sofort tätig werden zu können). Anschließend Rasierschaum oder wenn nicht vorhanden Salz oder Sand draufstreuen. Mit einem Messerrücken oder ähnlichem abschaben. Ein vorbeugendes Mittel gegen Quallen ist Safe Sea®, ein Sonnenschutzmittel, dass in Deutschland unter dem Namen "Care Plus Skin Sav Safe Sea 30+" vertrieben wird und zusätzlich quallenabweisend ist. Das Mittel soll auch gegen einige Korallensorten und Seerosen wirksam sein.

Korallen

Korallen können scharf wie Messer sein. Wer beim Schnorcheln Korallen streift, hat schnell einen Stachel im Fleisch, der schwer zu entfernen ist. Die Wunde am besten mit Süßwasser abwaschen und desinfizieren (die Tetanusimpfung sollte vor jedem Urlaub aufgefrischt werden). Dann die Korallenbruchstücke mit einer Pinzette entfernen.

Die Heißwassertherapie oder auch das gerade noch erträgliche Feuerchen bei Stachelfisch- und giftigen Seeigelstichen sind lange überholt. Dies wird als mehr oder weniger unnütz eingestuft, das Wasser müsste so heiß sein, dass es dann unweigerlich zu schweren Verbrennungen kommt. Daher ist der Nutzen mehr als fraglich. Die einschlägige Tauchmedizinliteratur empfiehlt heute einen keimfreien Wundverband und schnellstens ins Krankenhaus oder zum Arzt. 

Seeigel

Stacheln rauspulen, einweichen, erneut pulen (siehe Korallen). Säure löst zwar Kalk auf, aber dass Zitronensaft gegen die Stacheln hilft, ist leider ein Märchen, weil sie zu tief sitzen und sich die Hornhaut an den Füßen auch sofort wieder schließt. Wenn es anschließend zu einem Hitzegefühl oder Rötung kommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Schlangen

Die wenigsten Schlangen sind giftig, und manche Giftschlangen sondern nur bei jedem dritten Biss wirklich Gift ab. Schlimmer als der Biss selbst ist meist der Schock, den die Attacke auslöst. Die Symptome (hoher Blutdruck, Schweißausbruch, Kreislaufkollaps) können einer Vergiftung sehr ähnlich sein. Solange das Gegenteil nicht bewiesen ist, sollte jeder Biss wie ein giftiger behandelt werden. Die Wunde vorsichtig vom Körperzentrum weg abwischen, den betroffenen Körperteil völlig ruhig stellen, aber nicht abbinden. Danach so schnell wie möglich zum Arzt. Auf keinen Fall die Wunde mit dem Mund aussaugen. Das Gift wird über die sehr empfindliche Mundschleimhaut aufgenommen. Die Schlange zu töten und als Beweisstück zum Arzt mitzubringen ist unnötig. Das kostet nur wertvolle Zeit.

Skorpione

Skorpione gibt es: winzig wie Fliegen oder 20 Zentimeter groß wie Insektenmonster. Relativ harmlos sind die schwarzen, supergiftig die gelben bis gelbgrünen. Vorbeugend Schuhe und Schlafsäcke vor dem Reinschlüpfen ausschütteln, nicht in Mauervorsprünge oder unter Steine greifen. Bei einem Stich die Wunde kühlen, danach sofort zum Arzt. Kinder reagieren übrigens auf alle Gifte viel empfindlicher.

Spinnen

Bei einer hastigen Flucht vor einer Spinne zu Schaden zu kommen ist sehr viel wahrscheinlicher, als von einer giftigen Spinne gebissen zu werden. Nur zwölf der weltweit lebenden 30.000 Spinnenarten sind für den Menschen gefährlich. Falls Sie gebissen werden: Ruhe bewahren und sofort einen Arzt aufsuchen. Auf gar keinen Fall sollte man gegen die Schmerzen Acetylsalicylsäure (zum Beispiel in Aspirin) nehmen, da dieser Wirkstoff die Verteilung mancher Spinnen- und auch Schlangengifte unterstützt.

Zecken

Niemals mit Öl, Klebstoff oder ähnlichem ersticken, da das Tier im Todeskampf besonders viel Speichel (etwa mit Erregern der Hirnhautentzündung oder der Hauterkrankung Borreliose) absondert. Statt dessen das Tier mit einer Zeckenzange (gibt's für etwa drei Euro in der Apotheke) oder mit den Fingernägeln fassen, dabei nicht zu sehr drücken und vorsichtig drehen, bis sich die Widerhaken am Saugrüssel lockern und die Zecke loslässt. Danach Wunde desinfizieren. Die Drehrichtung ist nach Auskunft der Insektenforscher übrigens egal, da Zecken (leider) kein Gewinde haben.

 

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